define('DISALLOW_FILE_EDIT', true); define('DISALLOW_FILE_MODS', true);{"id":207,"date":"2014-05-31T18:15:06","date_gmt":"2014-05-31T16:15:06","guid":{"rendered":"https:\/\/stefan-soyka.de\/?page_id=207"},"modified":"2019-01-11T14:32:47","modified_gmt":"2019-01-11T13:32:47","slug":"6-fliegende-steine-und-mystische-berge","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/stefan-soyka.de\/?page_id=207","title":{"rendered":"6. Fliegende Steine und mystische Berge"},"content":{"rendered":"
Um kurz nach zehn steu\u00adert Rolf den 608 \u00fcber die Bos\u00adpo\u00adrus-H\u00e4n\u00adge\u00adbr\u00fc\u00adcke<\/a>.<\/p>\n Mir ist fast ein wenig fei\u00ader\u00adlich zumu\u00adte \u2013 zum ers\u00adten Mal im Leben ver\u00adlas\u00adse ich Europa\u2026<\/p>\n Aller\u00addings, wenn ich ehr\u00adlich bin, sieht der asia\u00adti\u00adsche Teil von Istan\u00adbul nicht anders aus als der euro\u00adp\u00e4i\u00adsche. Und nach\u00addem wir die Stadt ver\u00adlas\u00adsen haben, fah\u00adren wir durch eine von der Som\u00admer\u00adson\u00adne aus\u00adge\u00add\u00f6rr\u00adte Land\u00adschaft in Gelb- und Braun\u00adt\u00f6\u00adnen, <\/span>die der im jugo\u00adsla\u00adwisch-grie\u00adchi\u00adschen Grenz\u00adge\u00adbiet zum Ver\u00adwech\u00adseln \u00e4hneln w\u00fcr\u00adde, w\u00e4ren die Leu\u00adte, die man am Stra\u00ad\u00dfen\u00adrand sieht \u2013 vor allem die aus\u00adnahms\u00adlos Kopf\u00adt\u00fc\u00adcher und boden\u00adlan\u00adge R\u00f6cke tra\u00adgen\u00adden Frau\u00aden \u2013 nicht etwas anders gekleidet.<\/p>\n Wir schwit\u00adzen schwei\u00adgend vor uns hin und lau\u00adschen den Kl\u00e4n\u00adgen von Fleet\u00adwood Macs neu\u00adem Album \u201eRumours\u201d, und obwohl ich nachts im Hos\u00adtel noch den Luxus einer lau\u00adwar\u00admen Dusche genos\u00adsen habe, f\u00fch\u00adle ich mich schon wie\u00adder fast so schmud\u00adde\u00adlig und kleb\u00adrig wie nach der Fahrt \u00fcber den Auto\u00adput<\/a>.<\/p>\n Die Vor\u00adstel\u00adlung, nun wie\u00adder tage\u00adlang im Bus zu hocken \u2013 Rolfs Rei\u00adse\u00adplan sieht den n\u00e4chs\u00adten mehr\u00adt\u00e4\u00adgi\u00adgen Auf\u00adent\u00adhalt erst jen\u00adseits der Gren\u00adze zwi\u00adschen Iran und Afgha\u00adni\u00adstan vor \u2013 ist alles ande\u00adre als reizvoll.<\/p>\n Doch unser Fah\u00adrer hat eine klei\u00adne \u00dcber\u00adra\u00adschung auf Lager, die die Stim\u00admung an Bord des 608 schlag\u00adar\u00adtig verbessert.<\/p>\n Nach drei oder vier Stun\u00adden Fahrt biegt er von der Haupt\u00adstra\u00ad\u00dfe ab und steu\u00adert den Bus \u00fcber eine holp\u00adri\u00adge Neben\u00adstre\u00adcke\u2026 hin\u00adein in ein ent\u00adz\u00fc\u00adcken\u00addes, von einem kla\u00adren B\u00e4ch\u00adlein durch\u00adflos\u00adse\u00adnes Tal, so schat\u00adtig, gr\u00fcn und sch\u00f6n, dass es uns fast wie eine Fata Mor\u00adga\u00adna erscheint!<\/p>\n Neben einem durch einen Stein\u00addamm auf\u00adge\u00adstau\u00adtem, klei\u00adnen Teich endet die Schot\u00adter\u00adpis\u00adte. Rolf stellt den Motor ab und ver\u00adk\u00fcn\u00addet: \u201eDrei Stun\u00adden Pick\u00adnick- und Bade-Pause!\u201d<\/p>\n Das las\u00adsen wir uns nicht zwei\u00admal sagen.<\/p>\n Schon nach weni\u00adgen Minu\u00adten plan\u00adschen Cathe\u00adri\u00adne, Anna, Rosi, Agnes, Inge und ich in dem klei\u00adnen Wei\u00adher her\u00adum, w\u00e4h\u00adrend die bei\u00adden Her\u00adren sich damit begn\u00fc\u00adgen, die Hosen\u00adbei\u00adne hoch\u00adzu\u00adkrem\u00adpeln und ihre F\u00fc\u00dfe ins Was\u00adser bau\u00admeln zu lassen.<\/p>\n Nach die\u00adser herr\u00adli\u00adchen Abk\u00fch\u00adlung wird auf dem Cam\u00adping\u00adko\u00adcher Rolfs unver\u00admeid\u00adli\u00adcher, tief\u00adschwar\u00adzer Kaf\u00adfee und ein gro\u00ad\u00dfer Topf (T\u00fcten-) Sup\u00adpe fabri\u00adziert. Dazu gibt es fri\u00adsches Fla\u00adden\u00adbrot und saf\u00adtig-s\u00fc\u00dfe Weintrauben.<\/p>\n Nach die\u00adsem Zwi\u00adschen\u00adstopp sind alle Bus\u00adin\u00adsas\u00adsen erfrischt, ges\u00e4t\u00adtigt und deut\u00adlich bes\u00adser gelaunt, und als unser Fah\u00adrer eine Kas\u00adset\u00adte mit Beat\u00adles-Songs in den Recor\u00adder schiebt, gr\u00f6lt von hin\u00adten bald ein fr\u00f6h\u00adli\u00adcher Damen\u00adchor mit: \u201eOb-La-Di, Ob-La-Da\u201d<\/a>, \u201eCome Tog\u00ade\u00adther\u201d, \u201eSome\u00adthing\u201d<\/a> und \u201eHere Comes The Sun \u2013 d\u00fcdel-d\u00fch-daaah\u2026\u201d.<\/p>\n Am sp\u00e4\u00adten Nach\u00admit\u00adtag errei\u00adchen wir die t\u00fcr\u00adki\u00adsche Schwarz\u00admeer<\/a>-K\u00fcs\u00adte.<\/p>\n Auch hier fin\u00adden sich Str\u00e4n\u00adde mit von der Son\u00adne auf\u00adge\u00adheiz\u00adtem, fei\u00adnen Sand, aber trotz\u00addem will sich bei mir nicht die\u00adses Gef\u00fchl von Ent\u00adspan\u00adnung fern\u00adab aller All\u00adtags\u00adpro\u00adble\u00adme ein\u00adstel\u00adlen, das ich vor einer Woche an jenem grie\u00adchi\u00adschen Strand ver\u00adsp\u00fcrt habe.<\/p>\n Auch hier sind Meer und Him\u00admel blau, doch ich ver\u00admis\u00adse jene leuch\u00adten\u00adde T\u00fcr\u00adkis-Nuan\u00adce, die\u00adses Strah\u00adlen der Far\u00adben, das mich an der grie\u00adchi\u00adschen Mit\u00adtel\u00admeer\u00adk\u00fcs\u00adte so bezau\u00adbert hat.<\/p>\n Obwohl es ein Bin\u00adnen\u00admeer ist, wer\u00adfen sich die Wel\u00adlen des Schwar\u00adzen Mee\u00adres weit unge\u00adst\u00fc\u00admer auf den Strand als die des \u00c4g\u00e4ischen.<\/p>\n Aller\u00adlei Treib\u00adgut schwimmt dar\u00adin umher und s\u00e4umt das Ufer, und das Was\u00adser ist tr\u00fcb und von so kr\u00e4f\u00adti\u00adgen Str\u00f6\u00admun\u00adgen durch\u00adzo\u00adgen, dass nie\u00admand von uns Lust ver\u00adsp\u00fcrt, mehr als die F\u00fc\u00dfe dar\u00adin zu baden.<\/p>\n Au\u00dfer\u00addem fal\u00adlen dem LKW-Fah\u00adrer, der etwa zwan\u00adzig Meter hin\u00adter unse\u00adrem Bus gehal\u00adten hat, auch so schon fast die Augen aus dem Kopf, als er uns Frau\u00aden mit bis \u00fcber die Knie hoch\u00adge\u00adkrem\u00adpel\u00adten Hosen bezie\u00adhungs\u00adwei\u00adse hoch geraff\u00adtem Rock (Anna) her\u00adan\u00adkom\u00admen sieht. Der Anblick unse\u00adrer Waden und Knie l\u00e4sst den Mann anschei\u00adnend jeg\u00adli\u00adchen Sinn f\u00fcr Anstand ver\u00adges\u00adsen; er starrt ohne Unter\u00adlass her\u00ad\u00fcber, in der Hoff\u00adnung, noch ein\u00admal nack\u00adte Frau\u00aden\u00adbei\u00adne \u2013 oder viel\u00adleicht gar mehr \u2013 zu sehen zu kriegen.<\/p>\n Als der glot\u00adzen\u00adde Typ sich immer n\u00e4her an unse\u00adrem Bus zwi\u00adschen den B\u00e4u\u00admen her\u00adum\u00addr\u00fcckt, hat Anna genug.<\/p>\n \u201e<\/span>Wenn wir hier \u00fcber\u00adnach\u00adten, leg ich mich nicht drau\u00ad\u00dfen hin! Dann will ich bei dir und Cathe\u00adri\u00adne im Bus schla\u00adfen,\u201d sagt sie zu unse\u00adrem Fah\u00adrer. \u201eUnd alle ande\u00adren wer\u00adden das auch wol\u00adlen \u2013 der Kerl ist doch echt gru\u00adse\u00adlig. War\u00adum setzt du dich nicht noch mal hin\u00adters Steu\u00ader und suchst einen ande\u00adren Platz zum \u00dcbernachten?\u201d<\/p>\n Rolf nickt. \u201eDu hast recht. Das macht wirk\u00adlich kei\u00adnen Spa\u00df.\u201d<\/p>\n Also stei\u00adgen wir alle wie\u00adder ein, und es geht weiter.<\/p>\n Es ist schon fast dun\u00adkel, als end\u00adlich ein ande\u00adrer Park\u00adplatz (ohne auf\u00addring\u00adli\u00adche \u201eNach\u00adbar\u00adschaft\u201d) gefun\u00adden ist. Es scheint ein Fluss\u00addel\u00adta, ein Sumpf\u00adge\u00adbiet oder etwas \u00e4hn\u00adli\u00adches in der N\u00e4he zu sein, denn die Luft ist feucht und schw\u00fcl, und das Zika\u00adden\u00adkon\u00adzert ohrenbet\u00e4ubend.<\/p>\n Wir Frau\u00aden brei\u00adten unse\u00adre Schlaf\u00ads\u00e4\u00adcke neben\u00adein\u00adan\u00adder und ganz dicht beim Bus aus; ein wenig sitzt uns die Angst vor dem aggres\u00adsiv star\u00adren\u00addem Tru\u00adcker noch im Nacken.<\/p>\n Erst als ich hin\u00adein\u00adschl\u00fcp\u00adfe, mer\u00adke ich, wie m\u00fcde und ersch\u00f6pft ich bin.<\/p>\n Dabei habe ich doch den lie\u00adben lan\u00adgen Tag nicht viel ande\u00adres getan als im Bus zu sit\u00adzen, Musik zu h\u00f6ren und aus dem Fens\u00adter zu sehen\u2026 Es MUSS<\/span> ein Sumpf oder Fluss\u00addel\u00adta in unmit\u00adtel\u00adba\u00adrer N\u00e4he sein, denn in der Nacht sind Schw\u00e4r\u00adme von \u2013 offen\u00adbar beson\u00adders gro\u00ad\u00dfen und blut\u00adr\u00fcns\u00adti\u00adgen \u2013 M\u00fccken \u00fcber uns hergefallen.<\/p>\n Au\u00dfer Rosi und Ulli sehen wir alle aus, als h\u00e4t\u00adten wir die Wind\u00adpo\u00adcken oder Masern.<\/p>\n Rosi hat sich bestimmt vor dem Schla\u00adfen\u00adge\u00adhen vor\u00adsorg\u00adlich mit irgend\u00adei\u00adner che\u00admi\u00adschen Keu\u00adle ein\u00adge\u00adschmiert, deren Geruch auch viel gr\u00f6\u00ad\u00dfe\u00adre Tie\u00adre als Mos\u00adki\u00adtos in die Flucht geschla\u00adgen h\u00e4tte\u2026<\/p>\n Aber Ulli, unser Miso-mamp\u00adfen\u00adder, bio\u00adlo\u00adgisch-dyna\u00admi\u00adscher \u00d6kofreak?<\/p>\n Als ich ihn nach dem Geheim\u00adnis sei\u00adner Unver\u00adsehrt\u00adheit fra\u00adge, sagt er: \u201eNel\u00adken\u00ad\u00f6l<\/a>. Den Geruch m\u00f6gen M\u00fccken gar nicht. Es lin\u00addert \u00fcbri\u00adgens auch den Juck\u00adreiz, wenn man schon gesto\u00adchen wurde\u2026\u201d<\/p>\n Mit\u00adlei\u00addig reicht er mir ein klei\u00adnes brau\u00adnes Fl\u00e4schchen.<\/p>\n Ich sch\u00fct\u00adte gleich etwas von dem Inhalt in die hoh\u00adle Hand und rei\u00adbe mein jucken\u00addes Gesicht damit ein\u2026 Und st\u00fcr\u00adme im n\u00e4chs\u00adten Moment auf\u00adjau\u00adlend zum Ufer, um das Zeug mit viel Meer\u00adwas\u00adser wie\u00adder abzu\u00adsp\u00fc\u00adlen \u2013 ich sp\u00fc\u00adre jetzt zwar kein Jucken mehr, doch daf\u00fcr brennt mei\u00adne Haut wie Feuer!<\/p>\n \u201e<\/span>Mei\u00adne G\u00fcte, Pau\u00adla,\u201d sagt Ulli kopf\u00adsch\u00fct\u00adtelnd, als ich lei\u00adse jam\u00admernd und mit hoch\u00adro\u00adter Visa\u00adge zur\u00fcck\u00adkom\u00adme, \u201edas ist ein hoch\u00adkon\u00adzen\u00adtrier\u00adtes \u00e4the\u00adri\u00adsches \u00d6l! Das musst du dir auf die ein\u00adzel\u00adnen Sti\u00adche tup\u00adfen, damit schmiert man sich doch nicht das gan\u00adze Gesicht ein!\u201d<\/p>\n \u201e<\/span>Na ja, das Jucken hat jeden\u00adfalls rest\u00adlos auf\u00adge\u00adh\u00f6rt,\u201d ant\u00adwor\u00adte ich \u2013 und schaf\u00adfe es sogar, mein schmer\u00adzen\u00adden Gesichts\u00adz\u00fc\u00adge zu einem schie\u00adfen L\u00e4cheln zu verzerren.<\/p>\n Ulli l\u00e4chelt nicht. Grum\u00admelnd ver\u00adstaut er das Fl\u00e4sch\u00adchen wie\u00adder in sei\u00adner Umh\u00e4ngetasche.<\/p>\n Es hat den Anschein, als ob er\u2013 ange\u00adsichts mei\u00adnes ver\u00adschwen\u00adde\u00adri\u00adschen Umgangs mit der kost\u00adba\u00adren Essenz \u2013 sei\u00adnen Anfall von Mit\u00adge\u00adf\u00fchl schon bereut.<\/p>\n Aber ich wuss\u00adte nun mal nicht, dass \u201eNel\u00adken\u00ad\u00f6l\u201d kein Pfle\u00adge\u00ad\u00f6l mit lieb\u00adli\u00adchem Nel\u00adken\u00adduft, son\u00addern eine so bei\u00ad\u00dfend schar\u00adfe Fl\u00fcs\u00adsig\u00adkeit ist!<\/p>\n Heu\u00adte mor\u00adgen hat Rolf es \u00fcber\u00adhaupt nicht eilig.<\/p>\n Nach dem aus\u00adge\u00addehn\u00adten Fr\u00fch\u00adst\u00fcck meint er, er wer\u00adde erst gegen Mit\u00adtag \u201eoder so\u201d los\u00adfah\u00adren; wer wol\u00adle, k\u00f6n\u00adne also noch mal ins Meer springen.<\/p>\n \u201e<\/span>Das ist vor\u00aderst die letz\u00adte Gele\u00adgen\u00adheit, Bade\u00adho\u00adse, Bade\u00adan\u00adzug oder Biki\u00adni anzu\u00adzie\u00adhen,\u201d erkl\u00e4rt er. \u201eDas n\u00e4chs\u00adte Mal geht das erst wie\u00adder am Pool des \u201eHotel Impe\u00adri\u00adal\u201d in New Delhi \u2013 und in Delhi sind wir, wenn alles glatt geht, fr\u00fc\u00adhes\u00adtens in drei Wochen.\u201d<\/p>\n Trotz die\u00adser Erkl\u00e4\u00adrung ver\u00adsp\u00fc\u00adre ich kei\u00adne gro\u00ad\u00dfe Lust, in dem auf\u00adge\u00adw\u00fchl\u00adten, tr\u00fc\u00adben Was\u00adser schwim\u00admen zu gehen.<\/p>\n Statt\u00addes\u00adsen h\u00fcp\u00adfe ich wirk\u00adlich nur ganz kurz hin\u00adein, um Schwei\u00df und Staub abzu\u00adsp\u00fc\u00adlen (vor\u00adher ver\u00adge\u00adwis\u00adse\u00adre ich mich, dass es kei\u00adne glot\u00adzen\u00adden Zuschau\u00ader gibt) und r\u00e4u\u00adme dann mei\u00adnen Kof\u00adfer auf, den ich in Istan\u00adbul ziem\u00adlich has\u00adtig und plan\u00adlos voll\u00adge\u00adstopft hatte.<\/p>\n Anschlie\u00ad\u00dfend set\u00adze ich mich in den Schat\u00adten des Bus\u00adses und schrei\u00adbe einen Brief an mei\u00adne Eltern \u2013 von dem ich aller\u00addings noch nicht wei\u00df, wann und von wo ich ihn wer\u00adde abschi\u00adcken k\u00f6nnen.<\/p>\n Kurz vor zw\u00f6lf fah\u00adren wir schlie\u00df\u00adlich wei\u00adter, und hin\u00adter der Hafen\u00adstadt Trab\u00adzon<\/a> geht es in s\u00fcd\u00ad\u00f6st\u00adli\u00adcher Rich\u00adtung landeinw\u00e4rts.<\/p>\n Ich ver\u00adste\u00adhe immer bes\u00adser, war\u00adum unser Fah\u00adrer am Mor\u00adgen so wenig Lust hat\u00adte, auf\u00adzu\u00adbre\u00adchen: die asphal\u00adtier\u00adte K\u00fcs\u00adten\u00adstra\u00ad\u00dfe ver\u00adwan\u00addelt sich nach und nach in eine stau\u00adbi\u00adge Schot\u00adter\u00adpis\u00adte, die das Steu\u00adern des Bus\u00adses zu einer anstren\u00adgen\u00adden, h\u00f6chs\u00adte Kon\u00adzen\u00adtra\u00adti\u00adon erfor\u00addern\u00adden Ange\u00adle\u00adgen\u00adheit macht, die Land\u00adschaft wird karg und unwirt\u00adlich, und die Leu\u00adte hier l\u00e4cheln nicht mehr (gast-)freundlich beim Anblick von Fremden.<\/p>\n Als wir hin\u00adter der \u201emoder\u00adnen\u201d, von h\u00e4ss\u00adli\u00adchen Beton-Neu\u00adbau\u00adten gepr\u00e4g\u00adten (da immer wie\u00adder von Erd\u00adbe\u00adben heim\u00adge\u00adsuch\u00adten\u2026) Stadt Erzurum<\/a> in einer klei\u00adnen Ort\u00adschaft anhal\u00adten, weil es dort einen Laden, eine Tank\u00adstel\u00adle und ver\u00admut\u00adlich auch eine Toi\u00adlet\u00adte gibt, dreht sich unser Fah\u00adrer um und deu\u00adtet auf Inge in ihren Jeans-Shorts und dem \u00e4rmel\u00adlo\u00adsen T\u2011Shirt.<\/p>\n \u201e<\/span>So<\/em> kannst du hier nicht rum\u00adlau\u00adfen,\u201d sagt er streng, \u201ezieh dir was \u00fcber. Ich habe kei\u00adne Lust, wegen dir ein Mes\u00adser zwi\u00adschen die Rip\u00adpen zu krie\u00adgen. Ab hier sind nack\u00adte Bei\u00adne und ent\u00adbl\u00f6\u00df\u00adte Ober\u00adar\u00adme abso\u00adlut tabu \u2013 \u00fcbri\u00adgens auch f\u00fcr uns M\u00e4n\u00adner. Wir wer\u00adden zwar nicht bel\u00e4s\u00adtigt, aber daf\u00fcr aus\u00adge\u00adlacht, wenn wir in kur\u00adzen Hosen auf\u00adkreu\u00adzen; so etwas tra\u00adgen hier n\u00e4m\u00adlich nur klei\u00adne Jungs.\u201d<\/p>\n \u201e<\/span>Und noch etwas, das ist ganz wich\u00adtig,\u201d f\u00fcgt er hin\u00adzu. \u201eWenn ihr M\u00e4dels zum Klo geht, bit\u00adte immer min\u00addes\u00adtens zu zweit, bes\u00adser noch zu dritt. Und alle war\u00adten vor der T\u00fcr, bis die Letz\u00adte fer\u00adtig ist, o.k.? Einer Bekann\u00adten von Cathe\u00adri\u00adne ist hier auf einer Toi\u00adlet\u00adte n\u00e4m\u00adlich mal eine Geschich\u00adte zuge\u00adsto\u00ad\u00dfen \u2013 die wollt ihr gar nicht wissen.\u201d<\/p>\n Stimmt.<\/p>\n Ich will wirk\u00adlich kei\u00adne Hor\u00adror\u00adsto\u00adrys \u00fcber Ver\u00adge\u00adwal\u00adti\u00adgung im schmud\u00adde\u00adli\u00adgen Plumps\u00adklo h\u00f6ren, ich f\u00fch\u00adle mich auch so schon unbe\u00adhag\u00adlich genug\u2026<\/p>\n Wir Frau\u00aden war\u00adten also, bis Inge eine lan\u00adge Hose und ein die Ober\u00adar\u00adme bede\u00adcken\u00addes Shirt \u00fcber\u00adge\u00adzo\u00adgen hat, und trot\u00adten dann als Kolon\u00adne zu der Toi\u00adlet\u00adte hin\u00adter dem Haus. Nat\u00fcr\u00adlich ent\u00adspricht sie nicht west\u00adli\u00adchen Stan\u00addards, aber zumin\u00addest l\u00e4\u00dft sie sich tro\u00adcke\u00adnen Fu\u00dfes errei\u00adchen, und es gibt sogar ein Wasch\u00adbe\u00adcken und flie\u00ad\u00dfen\u00addes Was\u00adser. Dass wir das stil\u00adle \u00d6rt\u00adchen als Grup\u00adpe auf\u00adge\u00adsucht haben, erweist sich schon des\u00adhalb als sinn\u00advoll, weil die Schwing\u00adt\u00fc\u00adren im Ein\u00adgang (sie \u00e4hneln denen in einem Wes\u00adtern Saloon) nicht abschlie\u00df\u00adbar sind.<\/p>\n Allein die Tat\u00adsa\u00adche, dass wir mit einem Bus unter\u00adwegs sind, statt auf einem der hier weit\u00adaus h\u00e4u\u00adfi\u00adger vor\u00adkom\u00admen\u00adden Esels\u00adkar\u00adren oder Tre\u00adcker \u2013 und dann auch noch in einem Bus mit gro\u00ad\u00dfem Mer\u00adce\u00addes-Stern auf dem K\u00fch\u00adler! \u2013 scheint in die\u00adser Gegend Anlass f\u00fcr extrem feind\u00adse\u00adli\u00adge Bli\u00adcke zu sein. Die Jun\u00adgen, die kurz hin\u00adter dem Dorf am Rand der Stre\u00adcke auf\u00adtau\u00adchen (die hier kaum noch die Bezeich\u00adnung Stra\u00ad\u00dfe ver\u00addient\u2026), begn\u00fc\u00adgen sich auch nicht mit Bli\u00adcken. Sie bewer\u00adfen unser Fahr\u00adzeug mit Lehm\u00adklum\u00adpen und Steinen.<\/p>\n Zwar schafft Rolf es, den 608 heil durch den Hagel von Wurf\u00adge\u00adschos\u00adsen zu steu\u00adern, aber nur wenig sp\u00e4\u00adter \u2013 gera\u00adde ist ein ent\u00adge\u00adgen\u00adkom\u00admen\u00adder, voll\u00adkom\u00admen \u00fcber\u00adla\u00adde\u00adner Last\u00adwa\u00adgen mit hals\u00adbre\u00adche\u00adri\u00adscher Geschwin\u00addig\u00adkeit an uns vor\u00adbei gerum\u00adpelt \u2013 ist ein lau\u00adter Knall und das knis\u00adtern\u00adde Ger\u00e4usch einer zer\u00adfal\u00adlen\u00adden Sicher\u00adheits\u00adglas\u00adschei\u00adbe zu h\u00f6ren.<\/p>\n Alle gucken ent\u00adsetzt nach vorn: gro\u00ad\u00dfe Tei\u00adle der Wind\u00adschutz\u00adschei\u00adbe haben sich aus dem Rah\u00admen gel\u00f6st und in Form klei\u00adner Glas\u00adw\u00fcr\u00adfel im vor\u00adde\u00adren Teil des Wagens verteilt.<\/p>\n Der 608 kommt kurz ins Schlin\u00adgern, und unser Fah\u00adrer br\u00fcllt wil\u00adde Fl\u00fc\u00adche in drei bis vier ver\u00adschie\u00adde\u00adnen Spra\u00adchen, f\u00e4hrt aber erst ein\u00admal wei\u00adter, ohne die Geschwin\u00addig\u00adkeit zu ver\u00adrin\u00adgern. Erst zehn Minu\u00adten sp\u00e4\u00adter, als sich rechts und links der Pis\u00adte nur noch men\u00adschen\u00adlee\u00adres, fla\u00adches Land erstreckt, h\u00e4lt er an, um die Res\u00adte der Schei\u00adbe her\u00adaus\u00adzu\u00adbre\u00adchen und die auf den Arma\u00adtu\u00adren, dem Boden und den Sit\u00adzen ver\u00adstreu\u00adten Glas\u00adw\u00fcr\u00adfel zusammenzukehren.<\/p>\n Ob der Bro\u00adcken, der uns die Front\u00adschei\u00adbe kos\u00adte\u00adte, nun von den R\u00e4dern des vor\u00adbei\u00adra\u00adsen\u00adden LKWs hoch\u00adge\u00adschleu\u00addert oder gezielt von einem ver\u00adsteck\u00adten Stei\u00adne\u00adwer\u00adfer geschmis\u00adsen wur\u00adde, wer\u00adden wir nie erfahren.<\/p>\n Rolf zieht es vor, an einen ungl\u00fcck\u00adli\u00adchen Zufall zu glau\u00adben, und wir fol\u00adgen sei\u00adnem Beispiel.<\/p>\n Tat\u00adsa\u00adche ist, dass es in einem Bus ohne Wind\u00adschutz\u00adschei\u00adbe, der durchs ana\u00adto\u00adli\u00adsche Hoch\u00adland f\u00e4hrt, auch im Hoch\u00adsom\u00admer ziem\u00adlich schnell k\u00fchl wird. Je tie\u00adfer die Son\u00adne sinkt, des\u00adto mehr Klei\u00addungs\u00adst\u00fc\u00adcke wer\u00adden aus den Kof\u00adfern und Ruck\u00ads\u00e4\u00adcken her\u00advor\u00adge\u00adholt \u2013 und, da wir fast nur leich\u00adte Tex\u00adti\u00adli\u00aden im Gep\u00e4ck haben, in meh\u00adre\u00adren Schich\u00adten \u00fcber\u00adein\u00adan\u00adder ange\u00adzo\u00adgen. Unser Fah\u00adrer hat von sei\u00adner letz\u00adten Tour nach Nepal noch eine gef\u00fct\u00adter\u00adte Jacke, Hand\u00adschu\u00adhe und eine Woll\u00adm\u00fct\u00adze dabei.<\/p>\n Der Anblick der Land\u00adschaft, die wir jetzt durch\u00adfah\u00adren, ent\u00adsch\u00e4\u00addigt einen aber f\u00fcr den Schre\u00adcken und das Fr\u00f6s\u00adteln, fin\u00adde ich.<\/p>\n Das hier<\/em> ist defi\u00adni\u00adtiv nicht mehr Europa!<\/p>\n Es d\u00e4m\u00admert, und die Gegend um uns her\u00adum wird immer einsamer.<\/p>\n Die weni\u00adgen Autos, die uns noch begeg\u00adnen oder die wir gele\u00adgent\u00adlich \u00fcber\u00adho\u00adlen, geh\u00f6\u00adren meist t\u00fcr\u00adki\u00adschen bzw. kur\u00addi\u00adschen Gast\u00adar\u00adbei\u00adtern, erkenn\u00adbar an den deut\u00adsche Kennzeichen.<\/p>\n Oft sind sie der\u00adart schwer bela\u00adden mit auf dem Dach und im offe\u00adnen Kof\u00adfer\u00adraum gesta\u00adpel\u00adten K\u00fchl\u00adschr\u00e4n\u00adken, Ses\u00adseln, Matrat\u00adzen und aller\u00adhand Haus\u00adhalts\u00adwa\u00adren, dass man sich fragt, wie ganz nor\u00adma\u00adle PKW-Ach\u00adsen den lan\u00adgen Heim\u00adtrans\u00adport die\u00adser in Deutsch\u00adland erwor\u00adbe\u00adnen Ger\u00e4\u00adte und M\u00f6bel \u00fcber\u00adste\u00adhen konnten.<\/p>\n \u201e<\/span>Kame\u00adle<\/a>!\u201d ruft Rosi aufgeregt.<\/p>\n \u201e<\/span>Nein, das sind Dro\u00adme\u00adda\u00adre<\/a>\u201d, behaup\u00adtet Agnes.<\/p>\n Es ent\u00adspinnt sich eine Debat\u00adte dar\u00ad\u00fcber, wel\u00adche Tier\u00adart eigent\u00adlich die mit nur einem H\u00f6cker, und wel\u00adche die mit zwei\u00aden ist. Und \u00fcber\u00adhaupt, hat\u00adten die Vie\u00adcher da eben nun einen H\u00f6cker oder doch zwei \u2013 mit \u201eGep\u00e4ck\u201d dazwischen?<\/p>\n Rolf unter\u00adbricht die\u00adse Diskussion.<\/p>\n \u201e<\/span>Wenn die Damen und Her\u00adren bit\u00adte mal nach links hin\u00ad\u00fcber schau\u00aden w\u00fcr\u00adden: der Berg da mit dem Schnee auf der Spit\u00adze ist der Ara\u00adrat<\/a>.\u201d<\/p>\n \u201e<\/span>Ist das nicht der Berg<\/a>, auf dem angeb\u00adlich Noah mit der Arche<\/a> gelan\u00addet ist?\u201d stau\u00adne ich.<\/p>\n \u201e<\/span>Ja, genau der.\u201d<\/p>\n \u201e<\/span>Na so was. Ich hab\u2019 immer geglaubt, der w\u00e4re irgend\u00adwo in Pal\u00e4s\u00adti\u00adna, bei den ande\u00adren Schau\u00adpl\u00e4t\u00adzen des Alten Tes\u00adta\u00adments \u2013 nicht hier, in der T\u00fcrkei\u2026\u201d.<\/p>\n Lei\u00adder ist der Film in mei\u00adner Kame\u00adra gera\u00adde voll, als wir den legen\u00add\u00e4\u00adren F\u00fcnf\u00adtau\u00adsen\u00adder pas\u00adsie\u00adren. Aber auch ohne den Ara\u00adrat fin\u00adde ich die Land\u00adschaft spek\u00adta\u00adku\u00adl\u00e4r und lege einen neu\u00aden Film ein, um sie im Glanz der letz\u00adten Son\u00adnen\u00adstrah\u00adlen zu fotografieren.<\/p>\n <p< Als der Mond am Hori\u00adzont erscheint, fah\u00adren wir auf den \u00f6st\u00adlichs\u00adten Gebirgs\u00adzug der T\u00fcr\u00adkei zu; dahin\u00adter erwar\u00adtet uns der Iran.<\/p>\n Weit und breit scheint es kein Lebe\u00adwe\u00adsen au\u00dfer uns und kein Fahr\u00adzeug au\u00dfer dem 608 zu geben; Stra\u00ad\u00dfe, Land und Him\u00admel sind in ein bl\u00e4u\u00adli\u00adches D\u00e4m\u00admer\u00adlicht getaucht. Wun\u00adder\u00adsch\u00f6n\u2026 Nur die Tat\u00adsa\u00adche, dass es jetzt, nach Son\u00adnen\u00adun\u00adter\u00adgang, in unse\u00adrem front\u00adschei\u00adben\u00adlo\u00adsen Bus wirk\u00adlich sau\u00adkalt wird, bewahrt einen davor, voll\u00adkom\u00admen in tr\u00e4u\u00adme\u00adri\u00adschen Fan\u00adta\u00adsien zu versinken.<\/p>\n Rolf will die Nacht durch\u00adfah\u00adren, und bei einem kur\u00adzen Stopp tref\u00adfen wir letz\u00adte Vor\u00adbe\u00adrei\u00adtun\u00adgen daf\u00fcr: die gro\u00ad\u00dfe Ther\u00admos\u00adkan\u00adne wird mit hei\u00ad\u00dfem Kaf\u00adfee auf\u00adge\u00adf\u00fcllt, s\u00e4mt\u00adli\u00adche Schlaf\u00ads\u00e4\u00adcke und Decken wer\u00adden her\u00advor\u00adge\u00adholt und alle auch nur eini\u00adger\u00adma\u00ad\u00dfen w\u00e4r\u00admen\u00adden Kla\u00admot\u00adten \u00fcbergezogen.<\/p>\n \u201e<\/span>Der Bei\u00adfah\u00adrer\u00adsitz muss w\u00e4h\u00adrend der gan\u00adzen Nacht besetzt sein,\u201d ver\u00adlangt Rolf, \u201eich brau\u00adche hier vorn jeman\u00adden, der mir den Kaf\u00adfee\u00adbe\u00adcher f\u00fcllt und die Ziga\u00adret\u00adten anmacht\u2026\u201d<\/p>\n Da Cathe\u00adri\u00adne schon jetzt g\u00e4hnt und erkl\u00e4rt, sie habe letz\u00adte Nacht mise\u00adra\u00adbel geschla\u00adfen, Rosi und Agnes als Nicht\u00adrau\u00adche\u00adrin\u00adnen f\u00fcr\u2019s Ziga\u00adret\u00adten\u00adan\u00adz\u00fcn\u00adden nicht in Fra\u00adge kom\u00admen und von den \u00fcbri\u00adgen Pas\u00adsa\u00adgie\u00adren auch nie\u00admand auf die\u00adsen Job im eisi\u00adgen Fahrt\u00adwind erpicht zu sein scheint, erkl\u00e4\u00adre ich mich bereit, ihn zu machen.<\/p>\n Inge ver\u00adspricht: \u201eDu kannst mich wecken, wenn du m\u00fcde wirst. Dann l\u00f6se ich dich ab.\u201d<\/p>\n Rolf kommt mit sei\u00adnem dicken Dau\u00adnen\u00adschlaf\u00adsack unterm Arm nach vorn.<\/p>\n \u201e<\/span>Ich wet\u00adte, du hast ver\u00adges\u00adsen, einen Ski-Anzug ein\u00adzu\u00adpa\u00adcken,\u201d grinst er und gibt mir das gute St\u00fcck. \u201eDa musst du dann wohl hier hin\u00adein schl\u00fcpfen.\u201d.<\/p>\n Als es wei\u00adter\u00adgeht, sit\u00adze ich also in einem bis unter die Ach\u00adseln hoch\u00adge\u00adzo\u00adge\u00adnen Schlaf\u00adsack auf dem Bei\u00adfah\u00adrer\u00adsitz, Kopf und Schul\u00adtern in ein wei\u00adches Woll\u00adtuch (von Anna) gewi\u00adckelt, und sor\u00adge daf\u00fcr, dass unser Fah\u00adrer m\u00f6g\u00adlichst unun\u00adter\u00adbro\u00adchen bei\u00adde H\u00e4n\u00adde am Steu\u00ader l\u00e4sst \u2013 was bei die\u00adsen Stra\u00ad\u00dfen\u00adver\u00adh\u00e4lt\u00adnis\u00adsen auch sehr rat\u00adsam ist.<\/p>\n Der Motor dr\u00f6hnt und der Wind rauscht, und wenn Rolf einen Schluck Kaf\u00adfee oder eine ange\u00adz\u00fcn\u00adde\u00adte Ziga\u00adret\u00adte will, muss er es mir halb schrei\u00adend mitteilen.<\/p>\n Den\u00adnoch fan\u00adge ich schnell an, die Fahrt sehr zu genie\u00ad\u00dfen \u2013 in dem wat\u00adtier\u00adten Schlaf\u00adsack ist mir mol\u00adlig warm, und die hohen Ber\u00adge und stei\u00adlen Schluch\u00adten, an denen sich die Stra\u00ad\u00dfe ent\u00adlang schl\u00e4n\u00adgelt, sehen im sil\u00adber\u00adnen Licht des Mon\u00addes phan\u00adtas\u00adtisch aus.<\/p>\n Die ande\u00adren Pas\u00adsa\u00adgie\u00adre schla\u00adfen und wis\u00adsen gar nicht, was ihnen ent\u00adgeht, und Rolf muss sich aufs Fah\u00adren kon\u00adzen\u00adtrie\u00adren, so dass er kaum einen Blick f\u00fcr die magisch illu\u00admi\u00adnier\u00adte Gebirgs\u00adland\u00adschaft her\u00adum \u00fcbrig hat.<\/p>\n Der ein\u00adzi\u00adge Mensch weit und breit, der die Mu\u00dfe und die Gele\u00adgen\u00adheit hat, ihre gan\u00adze Sch\u00f6n\u00adheit zu w\u00fcr\u00addi\u00adgen, bin ich. Und des\u00adhalb f\u00fch\u00adle ich mich als K\u00f6ni\u00adgin die\u00adser Nacht \u2013 einer kla\u00adren Voll\u00admond\u00adnacht in den Ber\u00adgen Ost-Anatoliens\u2026<\/p>\n Um kurz nach zehn steu\u00adert Rolf den 608 \u00fcber die Bos\u00ad\u00adpo\u00adrus-H\u00e4n\u00ad\u00adge\u00ad\u00adbr\u00fc\u00ad\u00adcke. Mir ist fast ein wenig fei\u00ader\u00adlich zumu\u00adte \u2013 zum ers\u00adten Mal im Leben ver\u00adlas\u00adse ich Euro\u00adpa\u2026 Aller\u00addings, wenn ich ehr\u00adlich bin, sieht der asia\u00adti\u00adsche Teil von Istan\u00adbul nicht anders aus als der euro\u00adp\u00e4i\u00adsche. Und nach\u00addem wir die Stadt ver\u00adlas\u00adsen haben, fah\u00adren wir durch eine \u2026 6. Flie\u00adgen\u00adde Stei\u00adne und mys\u00adti\u00adsche Ber\u00adge<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":183,"menu_order":6,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"class_list":["post-207","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/207","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=207"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/207\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1820,"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/207\/revisions\/1820"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/183"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=207"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}
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\n26. August<\/p>\n
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