define('DISALLOW_FILE_EDIT', true); define('DISALLOW_FILE_MODS', true);{"id":280,"date":"2014-06-07T17:21:24","date_gmt":"2014-06-07T15:21:24","guid":{"rendered":"https:\/\/stefan-soyka.de\/?page_id=280"},"modified":"2014-06-07T18:01:00","modified_gmt":"2014-06-07T16:01:00","slug":"280-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/stefan-soyka.de\/?page_id=280","title":{"rendered":"15. \u00dcber den Khyber-Pass"},"content":{"rendered":"
Nach\u00addem wir die letz\u00adten Geb\u00e4u\u00adde und Gas\u00adsen Kabuls hin\u00adter uns gelas\u00adsen haben, durch\u00adquert der 608 auf einer schma\u00adlen, aber immer\u00adhin asphal\u00adtier\u00adten Pis\u00adte eine Land\u00adschaft, die immer schrof\u00adfer und stei\u00adni\u00adger wird. Am Ran\u00adde der Stadt gab es wenigs\u00adtens ein paar B\u00e4u\u00adme und bew\u00e4s\u00adser\u00adte gr\u00fc\u00adne Fl\u00e4\u00adchen, <\/span>aber nun schweift der Blick aus\u00adschlie\u00df\u00adlich \u00fcber Fel\u00adsen und Ger\u00f6ll\u00adfel\u00adder<\/a>, die, wenn \u00fcber\u00adhaupt, nur sp\u00e4r\u00adlich mit nied\u00adri\u00adgem Gestr\u00fcpp bewach\u00adsen sind. Heu\u00adte mor\u00adgen ist mir klar gewor\u00adden, dass so eine Rei\u00adse ins Unbe\u00adkann\u00adte \u2013 die ich bis\u00adher nur als Berei\u00adche\u00adrung, als ein t\u00e4g\u00adli\u00adches Ler\u00adnen und auf\u00adre\u00adgen\u00addes Ent\u00adde\u00adcken von frem\u00adden L\u00e4n\u00addern und Men\u00adschen emp\u00adfun\u00adden habe \u2013 auch ihre Schat\u00adten\u00adsei\u00adte hat. Solan\u00adge das Rei\u00adse\u00adziel nicht erreicht ist, geht es n\u00e4m\u00adlich immer wei\u00adter, auch dann, wenn man eigent\u00adlich viel lie\u00adber blei\u00adben als wei\u00adter rei\u00adsen m\u00f6chte.<\/p>\n Yus\u00adsuf, Moham\u00admed, Enri\u00adque\u2026 Ver\u00admut\u00adlich wer\u00adde ich kei\u00adnen von ihnen je wiedersehen. Pl\u00f6tz\u00adlich bin ich ganz sicher, dass ich an kei\u00adnem der fas\u00adzi\u00adnie\u00adren\u00adden Orte, die ich gese\u00adhen habe \u2013 und auch bei kei\u00adnem der wun\u00adder\u00advol\u00adlen Men\u00adschen, die mir begeg\u00adnet sind \u2013 schon wirk\u00adlich \u201eange\u00adkom\u00admen\u201d bin.<\/p>\n W\u00e4re es so gewe\u00adsen, h\u00e4t\u00adte ich es bestimmt gesp\u00fcrt \u2013 und w\u00e4re ein\u00adfach geblieben.<\/p>\n Das Ziel mei\u00adner Rei\u00adse muss also immer noch irgend\u00adwo vor mir liegen\u2026 Ich packe mei\u00adnen Foto\u00adap\u00adpa\u00adrat aus, und nur die Unge\u00adwiss\u00adheit, in wel\u00adcher Qua\u00adli\u00adt\u00e4t (und zu wel\u00adchem Preis!) Nach\u00adschub an Dia-Fil\u00admen in Paki\u00adstan oder Indi\u00aden erh\u00e4lt\u00adlich ist, h\u00e4lt mich davon ab, auf einer Stre\u00adcke von weni\u00adgen Kilo\u00adme\u00adtern einen gan\u00adzen Film zu verknipsen.<\/p>\n Da ich nicht jede Kur\u00adve, jede Schlucht und jede Br\u00fc\u00adcke foto\u00adgra\u00adfie\u00adren kann, kle\u00adbe ich mit der Nase an der Sei\u00adten\u00adschei\u00adbe und sau\u00adge die Bil\u00adder mit auf\u00adge\u00adris\u00adse\u00adnen Augen in mich hinein. Und zwar in den Tagen mei\u00adner Kind\u00adheit, wenn ich mit gl\u00fc\u00adhen\u00adden Wan\u00adgen (oft abends, mit einer Taschen\u00adlam\u00adpe \u201ebewaff\u00adnet\u201d unter der Bett\u00adde\u00adcke) jene Karl May<\/a>-B\u00e4n\u00adde ver\u00adschlang, die die Aben\u00adteu\u00ader des Kara Ben Nem\u00adsi<\/a> in Nord\u00adafri\u00adka und im Ori\u00adent<\/a> erz\u00e4hlen. \u201e<\/span>Hier ist Stam\u00admes-Gebiet<\/a>, und wir soll\u00adten die\u00adse Her\u00adren nicht pro\u00advo\u00adzie\u00adren. Ihre Flin\u00adten sind n\u00e4m\u00adlich kei\u00adne Deko\u00adra\u00adti\u00adon, die wer\u00adden auch benutzt \u2013 f\u00fcr Schmug\u00adgel, Blut\u00adra\u00adche oder Stra\u00ad\u00dfen\u00adraub\u2026\u201d erkl\u00e4rt unser Fah\u00adrer und gibt Gas, um uns m\u00f6g\u00adlichst schnell aus der Schuss\u00adwei\u00adte der bei\u00adden Pos\u00adten zu bringen. Die wie an die Fel\u00adsen gekleb\u00adten Geb\u00e4u\u00adde und win\u00adzi\u00adgen, aus weni\u00adgen H\u00e4u\u00adsern bestehen\u00adden Ansied\u00adlun\u00adgen, die es hier zu sehen gibt, best\u00e4\u00adti\u00adgen Rolfs Ein\u00adsch\u00e4t\u00adzung \u2013 sie haben klei\u00adne, wie Schie\u00df\u00adschar\u00adten wir\u00adken\u00adde Fens\u00adter, sind von Mau\u00adern umge\u00adben und machen den Ein\u00addruck von jeder\u00adzeit auf Angrif\u00adfe vor\u00adbe\u00adrei\u00adte\u00adten Trutzburgen. Anna spricht aus, was wir alle denken:<\/p>\n \u201e<\/span>Mei\u00adne G\u00fcte, wie willst du denn da r\u00fcber kommen?\u201d<\/p>\n In der letz\u00adten Vier\u00adtel\u00adstun\u00adde hat sich die (ein\u00adspu\u00adri\u00adge) Stra\u00ad\u00dfe auf die \u00fcbli\u00adche Wei\u00adse am Berg ent\u00adlang geschl\u00e4n\u00adgelt \u2013 rechts Fel\u00adsen, links Abgrund. Nun ragt pl\u00f6tz\u00adlich auch direkt vor uns eine Fels\u00adwand auf. Davor macht die Stra\u00ad\u00dfe einen schar\u00adfen Knick nach links, auf die schma\u00adle Br\u00fc\u00adcke. Und das ist wirk\u00adlich ein 45-Grad-Knick, kei\u00adne Kurve!<\/p>\n Am Ende der Br\u00fc\u00adcke folgt der n\u00e4chs\u00adte Knick, wie\u00adder 45 Grad, dies\u00admal nach rechts. Auch dort gilt wie\u00adder: Fels\u00adwand auf der einen, Abgrund auf der ande\u00adren Stra\u00dfenseite. \u201e<\/span>Und der hat\u00adte immer\u00adhin schon das vor\u00adde\u00adre Drit\u00adtel des Bus\u00adses um die Ecke gebracht, der mitt\u00adle\u00adre Teil hing dabei \u00fcberm Abgrund\u2026 Die Pas\u00adsa\u00adgie\u00adre waren alle aus\u00adge\u00adstie\u00adgen, nur der Fah\u00adrer sa\u00df noch im Bus und hat sich die See\u00adle aus dem Leib gekur\u00adbelt. Das Gan\u00adze hat Stun\u00adden gedau\u00adert; war aber auch wirk\u00adlich eine Rie\u00adsen\u00adkis\u00adte,\u201d Rolfs Respekt vor der fah\u00adre\u00adri\u00adschen Leis\u00adtung klingt in sei\u00adner Stim\u00adme mit. \u201e<\/span>N\u00f6,\u201d sage ich sofort, und auch die ande\u00adren Pas\u00adsa\u00adgie\u00adren wol\u00adlen die Br\u00fc\u00adcke nicht zu Fu\u00df \u00fcber\u00adque\u00adren. Erst als ich \u00fcber mei\u00adne spon\u00adta\u00adne Ant\u00adwort nach\u00adden\u00adke, mer\u00adke ich, dass ich die Vor\u00adstel\u00adlung, gemein\u00adsam mit mei\u00adnem Mit\u00adrei\u00adsen\u00adden in die Schlucht zu st\u00fcr\u00adzen, weni\u00adger be\u00e4ngs\u00adti\u00adgend fin\u00adde als die, den Khy\u00adber-Pass<\/a> allein und zu Fu\u00df bew\u00e4l\u00adti\u00adgen zu m\u00fcssen. Nie\u00admand sagt etwas, alle beob\u00adach\u00adten auf\u00admerk\u00adsam Rolfs Akti\u00advi\u00adt\u00e4\u00adten am Steu\u00ader des 608.<\/p>\n Dan\u00adkens\u00adwer\u00adter\u00adwei\u00adse ist unser sonst oft so \u201ezap\u00adpe\u00adli\u00adger\u201d Fah\u00adrer in die\u00adser Situa\u00adti\u00adon die Ruhe selbst \u2013 was ich eben\u00adso beru\u00adhi\u00adgend fin\u00adde wie f\u00fcr die Vor\u00adstel\u00adlung, dass er die\u00adses wil\u00adde Gebir\u00adge und auch die\u00adsen Eng\u00adpass ja bereits f\u00fcnf\u00admal erfolg\u00adreich durch\u00adquert hat. Pl\u00f6tz\u00adlich reden alle wie\u00adder, und Ulli f\u00e4ngt an, einen rie\u00adsi\u00adgen Joint zu bauen.<\/p>\n \u201e<\/span>Wenn du noch was von dem Zeug hast, soll\u00adten wir es in den n\u00e4chs\u00adten zwei, drei Stun\u00adden weg\u00adrau\u00adchen,\u201d erkl\u00e4rt ihm Rolf, \u201esonst musst du \u2019s vor der Gren\u00adze aus dem Fens\u00adter schmei\u00ad\u00dfen. Wenn die paki\u00adsta\u00adni\u00adschen Z\u00f6ll\u00adner n\u00e4m\u00adlich grad mal wie\u00adder \u00c4rger mit Schmugg\u00adlern hat\u00adten, haben sie ganz schlech\u00adte Lau\u00adne \u2013 dann kon\u00adtrol\u00adlie\u00adren sie beson\u00adders gr\u00fcnd\u00adlich, oder sie machen die Gren\u00adze f\u00fcr ein, zwei Tage ganz dicht!\u201d<\/p>\n Ulli macht ein Gesicht, als h\u00e4t\u00adte er Zahn\u00adschmer\u00adzen. Ver\u00admut\u00adlich hat unser spar\u00adsa\u00admer Land\u00adfreak in Kabul einen gro\u00ad\u00dfen Bro\u00adcken Cha\u00adras g\u00fcns\u00adtig erstan\u00adden, und nun bekommt er zu h\u00f6ren, dass er es bis zur Gren\u00adze ver\u00adbrau\u00adchen oder weg wer\u00adfen muss!<\/p>\n Abge\u00adse\u00adhen von Agnes sind wir ihm gern dabei behilf\u00adlich, die Dro\u00adge zu ver\u00adnich\u00adten, und Rolf legt eine Kas\u00adset\u00adte mit Pink Floyds<\/a> \u201eWish you were here\u201d<\/a> ein. (\u201eUp the Khy\u00adber\u201d<\/a> von der LP<\/span> \u201eMore\u201d w\u00e4re eigent\u00adlich noch pas\u00adsen\u00adder.) Ich klet\u00adte\u00adre nach hin\u00adten auf die Matrat\u00adze, bestau\u00adne die fas\u00adzi\u00adnie\u00adren\u00adde Gebirgs\u00adland\u00adschaft und bin ein\u00adfach nur gl\u00fcck\u00adlich dar\u00ad\u00fcber, hier und jetzt unter\u00adwegs zu sein. Scha\u00adde, dass Rolf hier nicht anh\u00e4lt.<\/p>\n Ich w\u00fcr\u00adde gern mei\u00adne H\u00e4n\u00adde in das Was\u00adser tau\u00adchen, um wirk\u00adlich sicher zu sein, dass es real ist. Und ich w\u00fcr\u00adde gern am Ufer die\u00adses him\u00admel\u00adblau\u00aden Sees tan\u00adzen\u2026 zur Musik von Pink Floyd. Wir m\u00fcs\u00adsen nicht ein\u00admal aus\u00adstei\u00adgen; der Zoll\u00adbe\u00adam\u00adte setzt sich auf den Bei\u00adfah\u00adrer\u00adsitz (den Cathe\u00adri\u00adne recht\u00adzei\u00adtig frei gemacht hat) und stem\u00adpelt unse\u00adre P\u00e4s\u00adse ab, die wir zu Rolf nach vorn gereicht haben. Dann wirf er noch einen Blick in die Run\u00adde und steigt wie\u00adder aus. Er hat es nicht geschafft, sein Cha\u00adras auf\u00adzu\u00adrau\u00adchen, und muss\u00adte den Rest auf der Ser\u00adpen\u00adti\u00adnen\u00adstre\u00adcke nach Tork\u00adham her\u00adun\u00adter aus dem Fens\u00adter werfen.<\/p>\n \u201e<\/span>So etwas kann man nie vor\u00adher wis\u00adsen,\u201d meint unser Fah\u00adrer achselzuckend.<\/p>\n Aller\u00addings mei\u00adne ich gese\u00adhen zu haben, dass zwi\u00adschen unse\u00adren P\u00e4s\u00adsen ein Geld\u00adschein steck\u00adte, als Rolf sie dem Z\u00f6ll\u00adner \u00fcber\u00adreich\u00adte. War\u00adum soll\u00adte er auch nicht ver\u00adsu\u00adchen, die Grenz\u00adfor\u00adma\u00adli\u00adt\u00e4\u00adten mit ein paar Dol\u00adlars abzu\u00adk\u00fcr\u00adzen? Die Hoff\u00adnung, ich w\u00fcr\u00adde noch ein\u00admal mit einer Bei\u00adna\u00adhe-Ohn\u00admacht daf\u00fcr sor\u00adgen, dass wir schnell \u00fcber die Gren\u00adze kom\u00admen, hat unser Fah\u00adrer inzwi\u00adschen wohl klu\u00adger\u00adwei\u00adse aufgegeben. Links und rechts der Stra\u00ad\u00dfe wuchert eine saf\u00adtig gr\u00fc\u00adne, exo\u00adti\u00adsche Vege\u00adta\u00adti\u00adon. Erst bei ihrem Anblick wird mir bewusst, wie sehr Sand und Stein die Gegen\u00adden domi\u00adniert haben, die wir in den letz\u00adten Wochen durch\u00adquert haben \u2013 seit der Ostt\u00fcrkei. Die meis\u00adten M\u00e4n\u00adner sind mit wei\u00adten Gew\u00e4n\u00addern und Tur\u00adban zwar \u00e4hn\u00adlich geklei\u00addet wie die Pasch\u00adtu\u00adnen im afgha\u00adni\u00adschen Grenz\u00adge\u00adbiet, aber hier gibt es end\u00adlich kei\u00adne Bur\u00adka-ver\u00admumm\u00adten Phan\u00adto\u00adme mehr. Statt\u00addes\u00adsen tra\u00adgen die Frau\u00aden hier einen aus einer Hose und einem lan\u00adgen Ober\u00adteil (und meist noch einem dazu pas\u00adsen\u00adden Schal) bestehen\u00adden Pan\u00adja\u00adbi Dress<\/a> oder einen far\u00adben\u00adfro\u00adhen Sari<\/a>.<\/p>\n Was f\u00fcr eine Erleich\u00adte\u00adrung, end\u00adlich wie\u00adder die Gesich\u00adter und die Haa\u00adre von Frau\u00aden zu sehen! Und wie sch\u00f6n die\u00adse Frau\u00aden mit ihren lack\u00adschwar\u00adzen, zu dicken Z\u00f6p\u00adfen oder Kno\u00adten fri\u00adsier\u00adten Haa\u00adren, den mit Kajal geschw\u00e4rz\u00adten Augen\u00adli\u00addern und ihrem glit\u00adzern\u00adden Schmuck sind! Dort war es gar nicht beson\u00adders auf\u00adge\u00adfal\u00adlen, dass Rolf \u201eauf der fal\u00adschen Sei\u00adte\u201d<\/a> fuhr. Hier aber ist so viel los auf den Stra\u00ad\u00dfen, dass Cathe\u00adri\u00adne unse\u00adrem Fah\u00adrer bei \u00dcber\u00adhol\u00adma\u00adn\u00f6\u00advern assis\u00adtie\u00adren muss. Der 608 ist nun mal kein Rechts\u00adlen\u00adker<\/a>, und des\u00adhalb hat sie vom Bei\u00adfah\u00adrer\u00adsitz aus die bes\u00adse\u00adre Sicht auf den Gegenverkehr. \u201e<\/span>Puh! Das ist hier ja wie in der Sau\u00adna,\u201d st\u00f6hnt Rosi. Man kann sich gut vor\u00adstel\u00adlen, wie damals tro\u00adpen\u00adbe\u00adhelm\u00adte Offi\u00adzie\u00adre in die\u00adser Lob\u00adby bei\u00adsam\u00admen stan\u00adden oder hoheits\u00advoll bli\u00adcken\u00adde Ladies mit schwin\u00adgen\u00adden R\u00f6cken die brei\u00adte Trep\u00adpe her\u00adab kamen.<\/p>\n Teu\u00ader ist es trotz\u00addem nicht, hier abzu\u00adstei\u00adgen, denn bei der gan\u00adzen Pracht ist der Lack ab. Wo fr\u00fc\u00adher ver\u00admut\u00adlich Kron\u00adleuch\u00adter hin\u00adgen, bau\u00admeln jetzt nack\u00adte Gl\u00fch\u00adbir\u00adnen. Die weni\u00adgen ver\u00adblie\u00adbe\u00adnen Tep\u00adpi\u00adche sind von Mot\u00adten zer\u00adfres\u00adsen, der ris\u00adsi\u00adge Putz br\u00f6\u00adckelt und die knar\u00adren\u00adden Stu\u00adfen der Trep\u00adpe h\u00e4n\u00adgen so durch, dass erh\u00f6h\u00adte Auf\u00admerk\u00adsam\u00adkeit bei ihrer Benut\u00adzung gebo\u00adten ist.<\/p>\n Das Zim\u00admer, das Inge und ich gemie\u00adtet haben, hat aber trotz der durch\u00adge\u00adle\u00adge\u00adnen Matrat\u00adzen in den Bet\u00adten und und der mini\u00adma\u00adlen M\u00f6blie\u00adrung (Bet\u00adten, ein Tisch, ein Stuhl\u2026) Charme.<\/p>\n Es ist rie\u00adsig, und der gro\u00ad\u00dfe Ven\u00adti\u00adla\u00adtor unter der Decke funk\u00adtio\u00adniert sogar.<\/p>\n Au\u00dfer\u00addem geh\u00f6rt dazu ein \u2013 eben\u00adfalls rie\u00adsi\u00adges \u2013 Bade\u00adzim\u00admer, in dem sich nicht nur ein Wasch\u00adbe\u00adcken und ein (euro\u00adp\u00e4i\u00adsches) WC<\/span>, son\u00addern auch eine rich\u00adti\u00adge Bade\u00adwan\u00adne befin\u00addet! Seit Ham\u00adburg habe ich kei\u00adne mehr zu Gesicht bekom\u00admen, ich dach\u00adte schon, in Asi\u00aden kennt man nur Duschen. Gl\u00fcck\u00adli\u00adcher\u00adwei\u00adse sind die Spei\u00adse\u00adkar\u00adten, die man uns vor\u00adlegt, in Eng\u00adlisch ver\u00adfasst. Dass wir au\u00dfer ein paar tro\u00adcke\u00adnen Kek\u00adsen heu\u00adte noch nichts geges\u00adsen haben, tr\u00e4gt nat\u00fcr\u00adlich auch dazu bei, dass wir eine Gro\u00df\u00adbe\u00adstel\u00adlung aufgegeben.<\/p>\n Ich bestel\u00adle eine Por\u00adti\u00adon Pako\u00adras<\/a> (die Inge und ich tei\u00adlen wol\u00adlen) und ein Lamm\u00adcur\u00adry<\/a> mit Reis, und der Kell\u00adner l\u00e4chelt freund\u00adlich, sch\u00fct\u00adtelt aber den Kopf. Das hei\u00dft, eigent\u00adlich wackelt er mit sei\u00adnem Kopf hin und her.<\/p>\n Ich bin ver\u00adwirrt. Bedeu\u00adtet das, dass es kei\u00adne Pako\u00adras und kein Lamm\u00adcur\u00adry gibt?<\/p>\n Cathe\u00adri\u00adne lacht, als ich sie fra\u00adge. Nein, das sei die indi\u00adsche \u2013 oder auch paki\u00adsta\u00adni\u00adsche \u2013 Art des Nickens, erkl\u00e4rt sie mir, eine Ges\u00adte der Zustimmung.<\/p>\n \u201e<\/span>Es bedeu\u00adtet aller\u00addings nicht unbe\u00addingt ein kla\u00adres \u201eJa\u201d\u201d, f\u00fcgt sie hin\u00adzu, \u201eson\u00addern manch\u00admal ist es auch blo\u00df ein Akt der H\u00f6f\u00adlich\u00adkeit. Wenn sie etwas nicht wis\u00adsen, wackeln sie auch lie\u00adber l\u00e4chelnd mit dem Kopf, statt dir ins Gesicht zu sagen, dass sie kei\u00adne Ahnung haben, ob du auf der rich\u00adti\u00adgen Stra\u00ad\u00dfe unter\u00adwegs bist.\u201d Rolf hat Rind\u00adfleisch bestellt, denn das wird im \u00fcber\u00adwie\u00adgend hin\u00addu\u00adis\u00adti\u00adschen Indi\u00aden, wo K\u00fche als hei\u00adli\u00adge Wesen<\/a> gel\u00adten, nicht mehr so ein\u00adfach zu bekom\u00admen sein.<\/p>\n \u201e<\/span>Daf\u00fcr kriegt man aber das bes\u00adte Chi\u00adcken-Cur\u00adry der Welt in Delhi, im Kwa\u00adli\u00adty-Restau\u00adrant<\/a>,\u201d behaup\u00adtet er, weil Rosi sich gera\u00adde ein Cur\u00adry mit H\u00fch\u00adner\u00adfleisch bestellt hat.<\/p>\n \u201e<\/span>Kwa\u00adli\u00adty macht auch eine total lecke\u00adre Eis\u00adkrem<\/a>,\u201d erg\u00e4nzt Catherine.<\/p>\n \u201e<\/span>Eis\u00adkrem? Kann man denn in Indi\u00aden Eis essen?\u201d fragt Inge mit gro\u00ad\u00dfen Augen. \u201eIch habe sogar in Ham\u00adburg schon mal von Soft\u00adeis Durch\u00adfall gekriegt!\u201d<\/p>\n \u201e<\/span>Du kannst nicht irgend\u00adei\u00adne Eis\u00adkrem in Indi\u00aden essen, nur die von Kwa\u00adli\u00adty. Da kann man sich drauf ver\u00adlas\u00adsen, dass die okay ist. Auch S\u00fc\u00dfig\u00adkei\u00adten wie Gulab Jamun<\/a> zum Bei\u00adspiel w\u00fcr\u00adde ich nie ein\u00adfach irgend\u00adwo kau\u00adfen, son\u00addern nur von Kwa\u00adli\u00adty. Wenn du sol\u00adche Sweets in einem Shop am Stra\u00ad\u00dfen\u00adrand kaufst, kriegst du mit ziem\u00adli\u00adcher Sicher\u00adheit W\u00fcr\u00admer \u2013 oder Schlimmeres.\u201d<\/p>\n \u201e<\/span>Kin\u00adners, k\u00f6n\u00adnen wir jetzt bit\u00adte das The\u00adma wech\u00adseln?\u201d pro\u00adtes\u00adtiert Rolf.<\/p>\n \u201e<\/span>Ich geden\u00adke n\u00e4m\u00adlich, mir jetzt ordent\u00adlich den Bauch voll zu schla\u00adgen, und ich glau\u00adbe, da kommt gera\u00adde mein Essen\u2026\u201d Wie ein Gene\u00adral steht er mit hoch\u00adge\u00adreck\u00adtem Kinn da und gibt den drei Hilfs\u00adkell\u00adnern, die die Tabletts her\u00adan\u00adschlep\u00adpen, mit knap\u00adpen Ges\u00adten und halb\u00adlaut gemur\u00admel\u00adten Anwei\u00adsun\u00adgen zu ver\u00adste\u00adhen, wel\u00adche Tel\u00adler und Sch\u00fcs\u00adseln zu wel\u00adchem Gast geh\u00f6ren.<\/p>\n Mein Essen ist so k\u00f6st\u00adlich, wie die D\u00fcf\u00adte aus der K\u00fcche hof\u00adfen lie\u00ad\u00dfen, und auch die Ande\u00adren sind begeis\u00adtert. Obwohl die Por\u00adtio\u00adnen reich\u00adlich bemes\u00adsen sind, bleibt am Ende kaum ein Reis\u00adkorn \u00fcbrig. Ich dre\u00adhe den Warm\u00adwas\u00adser\u00adhahn auf, und irgend\u00adwo in den alten Roh\u00adren rum\u00adpelt und pfeift es wie eine schot\u00adti\u00adsche Dudel\u00adsack-Kapel\u00adle. Dann ver\u00adstummt das son\u00adder\u00adba\u00adre Ger\u00e4usch, und damp\u00adfen\u00addes, brau\u00adnes Was\u00adser spru\u00addelt aus dem Hahn. Ich war\u00adte einen Moment, bis das hei\u00ad\u00dfe Was\u00adser klar aus der Lei\u00adtung kommt, und ste\u00adcke erst dann den St\u00f6p\u00adsel in den Abfluss.<\/p>\n Als die Wan\u00adne halb voll ist, set\u00adze ich mich hin\u00adein. Und dann sit\u00adze ich in dem war\u00admen Was\u00adser \u2013 und wei\u00df nichts mit mir und die\u00adsem Bade\u00adwan\u00adnen-Luxus anzufangen.<\/p>\n Mir wird klar, dass es zwar an einem Novem\u00adber\u00adtag in Ham\u00adburg, wenn man durch\u00adge\u00adfro\u00adren nach Hau\u00adse kommt, nichts Sch\u00f6\u00adne\u00adres gibt als ein aus\u00adge\u00addehn\u00adtes Voll\u00adbad, m\u00f6g\u00adlichst mit einem guten Buch und einem Glas Rot\u00adwein, dass so ein Bad in einer Gegend mit Sau\u00adna-Kli\u00adma und gef\u00fchl\u00adten Durch\u00adschnitts\u00adtem\u00adpe\u00adra\u00adtu\u00adren um die vier\u00adzig Grad jedoch kein Ver\u00adgn\u00fc\u00adgen ist. Was man hier braucht, ist eine k\u00fch\u00adle oder h\u00f6chs\u00adtens lau\u00adwar\u00adme Dusche! Indi\u00aden!<\/p>\n Es ist gera\u00adde mal ein Monat ver\u00adgan\u00adgen, seit wir in Ham\u00adburg gestar\u00adtet sind, aber mir kommt es so vor, als sei das min\u00addes\u00adtens ein Jahr her. So viel habe ich in die\u00adsen vier Wochen gese\u00adhen und erfah\u00adren, was ich mir vor die\u00adser Rei\u00adse nicht in mei\u00adnen wil\u00addes\u00adten Tr\u00e4u\u00admen h\u00e4t\u00adte aus\u00adma\u00adlen k\u00f6nnen.<\/p>\n Und jetzt wer\u00adde ich nach Indi\u00aden kom\u00admen, in das Land, das f\u00fcr mich der Inbe\u00adgriff des geheim\u00adnis\u00advoll-m\u00e4r\u00adchen\u00adhaf\u00adten Mor\u00adgen\u00adlan\u00addes ist! Von der paki\u00adsta\u00adni\u00adschen Haupt\u00adstadt Islam\u00adabad<\/a> und der f\u00fcr ihre Moscheen und einen beson\u00adders sch\u00f6\u00adnen Gar\u00adten ber\u00fchm\u00adten Stadt Laho\u00adre<\/a> bekom\u00admen wir so gut wie nichts zu sehen, weil Rolf nur kur\u00adze \u201ePin\u00adkel-Pau\u00adsen\u201d in etwas d\u00fcn\u00adner besie\u00addel\u00adten Gegen\u00adden einlegt.<\/p>\n Und es ist br\u00fc\u00adtend hei\u00df und schw\u00fcl. Sogar der Fahrt\u00adwind, der durch die ge\u00f6ff\u00adne\u00adten Fens\u00adter\u00adklap\u00adpen des 608 her\u00adein weht, klatscht einem ins Gesicht wie ein feucht-war\u00admer Waschlappen. Auch am fr\u00fc\u00adhen Abend, als die Son\u00adne schon sehr tief steht, k\u00fchlt es nicht im Gerings\u00adten ab.<\/p>\n Mitt\u00adler\u00adwei\u00adle kann ich nicht mehr schla\u00adfen, aber erfrischt f\u00fch\u00adle ich mich den\u00adnoch nicht. Dies\u00admal aber macht er den Motor aus und sagt laut und deut\u00adlich: \u201eSchei\u00ad\u00dfe!\u201d<\/p>\n Ich rut\u00adsche von der Matrat\u00adze run\u00adter und b\u00fccke mich, um durch den Mit\u00adtel\u00adgang nach vorn zu gucken. Vor uns steht der Ver\u00adkehr, PKWs und LKWs blo\u00adckie\u00adren die Stra\u00ad\u00dfe, soweit das Auge reicht. \u201e<\/span>Die haben die Gren\u00adze dicht gemacht! Ver\u00addamm\u00adte Pakis, ver\u00addamm\u00adte Inder! K\u00f6n\u00adnen die sich nicht ein\u00adfach mal ver\u00adtra\u00adgen und den Grenz\u00adver\u00adkehr ver\u00adn\u00fcnf\u00adtig abwickeln?\u201d<\/p>\n Flu\u00adchend steigt Rolf aus, l\u00e4uft am Stra\u00ad\u00dfen\u00adrand ent\u00adlang und ver\u00adsucht wohl, die L\u00e4n\u00adge der Auto\u00adschlan\u00adge zu erkunden. \u201e<\/span>Ich habe noch einen Hau\u00adfen Kar\u00adtof\u00adfeln aus Kabul und ein paar Zwie\u00adbeln. Was hal\u00adtet ihr von Kartoffelsuppe?\u201d<\/p>\n \u201e<\/span>Mir ist die\u00adses schar\u00adfe Essen ges\u00adtern Abend nicht bekom\u00admen,\u201d meint Agnes, \u201eich h\u00e4t\u00adte lie\u00adber nur ein ganz mil\u00addes Kartoffelp\u00fcree.\u201d<\/p>\n \u201e<\/span>Kar\u00adtof\u00adfel\u00adp\u00fc\u00adree und wei\u00adter nichts? Das ist ja \u00f6de. Ich bin dage\u00adgen!\u201d pro\u00adtes\u00adtiert Inge.<\/p>\n Cathe\u00adri\u00adne seufzt.<\/p>\n \u201e<\/span>Wenn wir die Sup\u00adpe ohne ger\u00f6s\u00adte\u00adte Zwie\u00adbeln machen, nur aus Kar\u00adtof\u00adfeln und Gem\u00fc\u00adse\u00adbr\u00fc\u00adhe, dann ist das doch auch ganz mild, oder?\u201d<\/p>\n Nein, Agnes will kei\u00adne Sup\u00adpe. Weil sie mit ihrem P\u00fcree-Wunsch aber allein bleibt, dr\u00fcckt Rosi ihr schlie\u00df\u00adlich ihren klei\u00adnen Cam\u00adping-Koch\u00adtopf in die H\u00e4n\u00adde und sagt in einem erstaun\u00adlich generv\u00adten Ton zu ihrer Freundin:<\/p>\n \u201e<\/span>Also, ich sch\u00e4\u00adle jetzt mal Kar\u00adtof\u00adfeln f\u00fcr die Sup\u00adpe. Mach dir dein P\u00fcree doch selber.\u201d<\/p>\n \u201e<\/span>Ich schnei\u00adde die Zwie\u00adbeln,\u201d bie\u00adte ich an, denn wenn Agnes sich ein Extra-Essen zube\u00adrei\u00adtet, spricht ja nichts mehr gegen R\u00f6stzwiebeln. \u201e<\/span>Das ist in die\u00adser Gegend hier v\u00f6l\u00adlig unge\u00adf\u00e4hr\u00adlich; au\u00dfer\u00addem machen\u2019s die ande\u00adren auch,\u201d meint er, und tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich haben sich neben der Stra\u00ad\u00dfe schon eini\u00adge in T\u00fccher ein\u00adge\u00adwi\u00adckel\u00adte Gestal\u00adten zum Schla\u00adfen niedergelegt.<\/p>\n Agnes pro\u00adtes\u00adtiert, auch ihr gehe es nicht gut, sie habe Durch\u00adfall, aber unser Fah\u00adrer bleibt hart. So schlimm k\u00f6n\u00adne ihre Diar\u00adrh\u00f6e im \u00fcbri\u00adgen nicht sein, mosert er sie an, wenn sie noch einen gan\u00adzen Topf vol\u00adler Kar\u00adtof\u00adfel\u00adp\u00fc\u00adree ver\u00adput\u00adzen k\u00f6n\u00adne. Wenn ich an die drei Tage in Kabul den\u00adke, in denen Inge und ich kaum eine Tas\u00adse Tee bei uns behal\u00adten konn\u00adten, hat er damit wohl recht. \u201e<\/span>Ich muss mal \u2013 hier gibt es aber weit und breit weder Toi\u00adlet\u00adte noch W\u00e4ldchen\u2026?\u201d<\/p>\n \u201e<\/span>Wir machen es ein\u00adfach so wie in Per\u00adsi\u00aden.\u201d schl\u00e4gt Anna vor, \u201ewir gehen alle zusam\u00admen und hal\u00adten abwech\u00adseln Wache. Irgend\u00adein Geb\u00fcsch oder Gem\u00e4u\u00ader wer\u00adden wir schon finden.\u201d<\/p>\n Gesagt, getan. Rosi f\u00e4ngt allen Erns\u00adtes noch an, ihr Zelt aufzubauen.<\/p>\n \u201e<\/span>F\u00fcr sol\u00adche Gele\u00adgen\u00adhei\u00adten habe ich es doch dabei!\u201d erkl\u00e4rt sie munter.<\/p>\n Es ist ein Zwei-Per\u00adso\u00adnen-Zelt, und selbst\u00adver\u00adst\u00e4nd\u00adlich ist der zwei\u00adte Platz reser\u00adviert f\u00fcr die demons\u00adtra\u00adtiv lei\u00adden\u00adde Agnes. Es ist eine stock\u00adfins\u00adte\u00adre, mond\u00adlo\u00adse Nacht.<\/p>\n Ich schwit\u00adze und kann nicht ein\u00adschla\u00adfen. Nach kur\u00adzer Zeit beginnt mei\u00adne Kopf\u00adhaut zu krib\u00adbeln, dann juckt es an diver\u00adsen Stel\u00adlen am gan\u00adzen K\u00f6rper\u2026<\/p>\n Es ist ein\u00adfach grau\u00aden\u00advoll, min\u00addes\u00adtens so schlimm wie mei\u00adne ers\u00adte Nacht in Istan\u00adbul<\/a> in jenem Hor\u00adror-Hotel. Nur kann ich dies\u00admal lei\u00adder nicht in den 608 fl\u00fcchten.<\/p>\n Ich lie\u00adge direkt dane\u00adben, und ich darf nicht hinein.<\/p>\n Als ich schlie\u00df\u00adlich ein\u00adschla\u00adfe \u2013 ver\u00admut\u00adlich als aller\u00adletz\u00adte der vor der Grenz\u00adsta\u00adti\u00adon Gestran\u00adde\u00adten \u2013 ist es weit nach Mitternacht.<\/p>\n Wei\u00adter\u00adle\u00adsen \u00bb 16. Burun\u00adduks und Phat-a-Phats<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":" Nach\u00addem wir die letz\u00adten Geb\u00e4u\u00adde und Gas\u00adsen Kabuls hin\u00adter uns gelas\u00adsen haben, durch\u00adquert der 608 auf einer schma\u00adlen, aber immer\u00adhin asphal\u00adtier\u00adten Pis\u00adte eine Land\u00adschaft, die immer schrof\u00adfer und stei\u00adni\u00adger wird. Am Ran\u00adde der Stadt gab es wenigs\u00adtens ein paar B\u00e4u\u00adme und bew\u00e4s\u00adser\u00adte gr\u00fc\u00adne Fl\u00e4\u00adchen, aber nun schweift der Blick aus\u00adschlie\u00df\u00adlich \u00fcber Fel\u00adsen und Ger\u00f6ll\u00adfel\u00adder, die, \u2026 15. \u00dcber den Khy\u00adber-Pass<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":183,"menu_order":15,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":{"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"class_list":["post-280","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/280","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=280"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/280\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":302,"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/280\/revisions\/302"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/183"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=280"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}
\nIch bin in melan\u00adcho\u00adli\u00adscher Stimmung.<\/p>\n
\nAnde\u00adrer\u00adseits: wer und was mag da vor mir noch dar\u00adauf war\u00adten, ent\u00addeckt zu werden?<\/p>\n
\n
<\/a>
\nDas Gebir\u00adge um uns her\u00adum bie\u00adtet mitt\u00adler\u00adwei\u00adle einen auf so auf\u00adre\u00adgen\u00adde Art unwirk\u00adli\u00adchen Anblick, dass ich nicht l\u00e4n\u00adger Tr\u00fcb\u00adsal bla\u00adsen kann.<\/p>\n
\n
<\/a>
\nAls dann auf einem Fels\u00advor\u00adsprung neben der Stra\u00ad\u00dfe zwei Pasch\u00adtu\u00adnen<\/a> auf\u00adtau\u00adchen, die au\u00dfer volu\u00admi\u00adn\u00f6\u00adsen Tur\u00adba\u00adnen auch Dol\u00adche im G\u00fcr\u00adtel, brei\u00adte Patro\u00adnen\u00adgur\u00adte sowie kunst\u00advoll ver\u00adzier\u00adte Geweh\u00adre tra\u00adgen, wird mir klar, war\u00adum die\u00adse fel\u00adsi\u00adge Land\u00adschaft mir so eigen\u00adar\u00adtig irre\u00adal erscheint \u2013 weil ich Der\u00adar\u00adti\u00adges bis\u00adlang nur in mei\u00adner Fan\u00adta\u00adsie gese\u00adhen habe!<\/p>\n
\n\u201eIch wei\u00df, sie sehen male\u00adrisch aus, aber bit\u00adte foto\u00adgra\u00adfiert die Jungs nicht,\u201d ruft Rolf durch den Bus, und Rosi und ich las\u00adsen unse\u00adre Kame\u00adras sinken.<\/p>\n
\n
<\/a><\/p>\n
\n
<\/a>
\nDie Stra\u00ad\u00dfe, auf der wir unter\u00adwegs sind, ist \u00fcber\u00adwie\u00adgend ein\u00adspu\u00adrig. Auf der einen Stra\u00ad\u00dfen\u00adsei\u00adte ragt in der Regel eine Berg\u00adwand empor, und auf der ande\u00adren Sei\u00adte geht es meist hin\u00adun\u00adter in eine schwin\u00addel\u00aderre\u00adgend tie\u00adfe Schlucht. Manch\u00admal trennt noch ein nied\u00adri\u00adges M\u00e4u\u00ader\u00adchen Stra\u00ad\u00dfe und Abgrund, oft genug aber auch nicht. Ab und zu ver\u00adbrei\u00adtert sich die Pis\u00adte zu einer Ein\u00adbuch\u00adtung, in die man aus\u00adwei\u00adchen kann, um Gegen\u00adver\u00adkehr pas\u00adsie\u00adren zu las\u00adsen. Gl\u00fcck\u00adli\u00adcher\u00adwei\u00adse gibt es kaum Gegen\u00adver\u00adkehr; war\u00adum auch immer, auf der gan\u00adzen Stre\u00adcke zum Pass<\/a> begeg\u00adnen uns h\u00f6chs\u00adtens ein Dut\u00adzend Autos, bunt bemal\u00adte LKWs und uralte Limou\u00adsi\u00adnen \u2013 alle\u00adsamt mit Men\u00adschen und Mate\u00adri\u00adal so \u00fcber\u00adla\u00adden, dass es an ein Wun\u00adder grenzt, dass die\u00adse Fahr\u00adzeu\u00adge es noch die Stei\u00adgun\u00adgen hin\u00adauf geschafft haben.
\nIrgend\u00adwann h\u00e4lt Rolf vor einer Br\u00fc\u00adcke an, die zwei gegen\u00ad\u00fcber\u00adlie\u00adgen\u00adde Berg\u00adh\u00e4n\u00adge \u00fcber eine Schlucht hin\u00adweg verbindet.<\/p>\n
\n\u201eAch, da bin ich bis\u00adher noch jedes Mal rum gekom\u00admen,\u201d meint unser Fah\u00adrer gelas\u00adsen, und w\u00e4h\u00adrend er beginnt, den Bus unter vol\u00adlem Ein\u00adsatz am Lenk\u00adrad st\u00fcck\u00adwei\u00adse vor und zur\u00fcck zu ran\u00adgie\u00adren, erz\u00e4hlt er, dass er von die\u00adser Stel\u00adle aus schon mal sechs Kilo\u00adme\u00adter bis zur n\u00e4chs\u00adten Aus\u00adweich\u00adm\u00f6g\u00adlich\u00adkeit im R\u00fcck\u00adw\u00e4rts\u00adgang fah\u00adren muss\u00adte, weil auf der ande\u00adren Sei\u00adte der Fah\u00adrer eines Rei\u00adse\u00adbus\u00adses dabei war, sein Fahr\u00adzeug auf die Br\u00fc\u00adcke zu man\u00f6vrieren.<\/p>\n
\n\u201eNa, und m\u00f6ch\u00adte jemand von euch vor\u00adher aussteigen?\u201d<\/p>\n
\nRolf braucht zwar nicht meh\u00adre\u00adre Stun\u00adden, aber es dau\u00adert schon etwa eine Vier\u00adtel\u00adstun\u00adde, bis der Bus tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich auf der Br\u00fc\u00adcke steht. Dann rollt er eini\u00adge Meter, und das Ran\u00adgie\u00adren geht von vorn los: Lenk\u00adrad im Uhr\u00adzei\u00adger\u00adsinn ein\u00adschla\u00adgen, ein klei\u00adnes St\u00fcck vor\u00adrol\u00adlen, dann das Lenk\u00adrad in die ent\u00adge\u00adgen\u00adge\u00adsetz\u00adte Rich\u00adtung kur\u00adbeln und den Wagen ein noch klei\u00adne\u00adres St\u00fcck zur\u00fcck rol\u00adlen las\u00adsen, dann das Lenk\u00adrad rechts her\u00adum dre\u00adhen, und so wei\u00adter, und so fort\u2026<\/p>\n
\nAls die Br\u00fc\u00adcke hin\u00adter uns liegt, geht ein h\u00f6r\u00adba\u00adres Auf\u00adat\u00admen durch den Bus.<\/p>\n
\nWir errei\u00adchen eine Art Hoch\u00adpla\u00adteau, und inmit\u00adten von all dem Sand, Gestr\u00fcpp und Fel\u00adsen erscheint pl\u00f6tz\u00adlich eine Rei\u00adhe gro\u00ad\u00dfer, tief\u00adblau\u00ader Seen (viel\u00adleicht sind es auch Buch\u00adten eines ein\u00adzi\u00adgen, rie\u00adsi\u00adgen Sees). Wie ein Ket\u00adte gigan\u00adti\u00adscher, glatt polier\u00adter Edel\u00adstei\u00adne gl\u00e4n\u00adzen die Was\u00adser\u00adfl\u00e4\u00adchen in der Son\u00adne, und ich muss zwei\u00admal hin\u00adschau\u00aden, um mich zu ver\u00adge\u00adwis\u00adsern, dass ich kei\u00adne Fata Mor\u00adga\u00adna<\/a> sehe.<\/p>\n
\n
<\/a>
\nDie Grenz\u00adsta\u00adti\u00adon Tork\u00adham<\/a> liegt in einem Tal kurz vor dem Khy\u00adber Pass<\/a>, und wider Erwar\u00adten wer\u00adden wir dort unge\u00admein z\u00fcgig abgefertigt.<\/p>\n
\n\u201eOh Mann, wenn ich das gewusst h\u00e4t\u00adte!\u201d st\u00f6hnt Ulli.<\/p>\n
\n
<\/a>
\nNach der Pass\u00ad\u00fcber\u00adque\u00adrung geht es berg\u00adab, und nach und nach ver\u00ad\u00e4n\u00addert sich\u2026 na ja, eigent\u00adlich ver\u00ad\u00e4n\u00addert sich alles.<\/p>\n
\nAuch die Men\u00adschen sehen ganz anders aus.<\/p>\n
\nEs herrscht auch viel mehr Ver\u00adkehr als in Afghanistan.<\/p>\n
\nDas Kli\u00adma unter\u00adschei\u00addet sich eben\u00adfalls stark von der hei\u00ad\u00dfen W\u00fcs\u00adten\u00adluft, an die wir uns schon so gew\u00f6hnt haben. M\u00e4ch\u00adtig warm ist es hier auch, aber die Luft\u00adfeuch\u00adtig\u00adkeit ist so hoch, dass jede Bewe\u00adgung zur schwei\u00df\u00adtrei\u00adben\u00adden Anstren\u00adgung wird.<\/p>\n
\n
<\/a>
\nAm fr\u00fc\u00adhen Abend kom\u00admen wir nach Pescha\u00adwar<\/a>, und Rolf f\u00e4hrt zu einem Hotel, dass er uns als \u201eleid\u00adlich sau\u00adber und recht g\u00fcns\u00adtig\u201d beschreibt. Auch das Hotel-Restau\u00adrant sei emp\u00adfeh\u00adlens\u00adwert, und das ist eine sehr gute Nach\u00adricht, denn nach der lan\u00adgen Fahrt sind wir ziem\u00adlich hungrig.
\nDas Geb\u00e4u\u00adde stammt mit Sicher\u00adheit aus der Zeit der bri\u00adti\u00adschen Kolo\u00adni\u00adal\u00adherr\u00adschaft<\/a>.<\/p>\n
\nBei Anbruch der Dun\u00adkel\u00adheit tref\u00adfen wir uns mit unse\u00adren Mit\u00adrei\u00adsen\u00adden zum Essen im Hotel-Restau\u00adrant, und unser Fah\u00adrer hat nicht zuviel ver\u00adspro\u00adchen. Schon die w\u00fcr\u00adzi\u00adgen D\u00fcf\u00adte, die aus der K\u00fcche<\/a> kom\u00admen, sind sensationell.<\/p>\n
\nIn der Tat, der Kell\u00adner nimmt alle acht Bestel\u00adlun\u00adgen an unse\u00adrem Tisch mit dem glei\u00adchen Kopf\u00adwa\u00adckeln ent\u00adge\u00adgen. Er hat sich nichts notiert (viel\u00adleicht kann er ja auch gar nicht schrei\u00adben?), und ich bin gespannt, ob jeder das bekommt, was er geor\u00addert hat.<\/p>\n
\nErstaun\u00adli\u00adcher\u00adwei\u00adse hat unser Kell\u00adner nicht nur alle Bestel\u00adlun\u00adgen rich\u00adtig behal\u00adten, son\u00addern er wei\u00df auch noch, wer was bekommt.<\/p>\n
\nNach dem Essen haben alle es eilig, in die Bet\u00adten zu kom\u00admen. Wahr\u00adschein\u00adlich bin ich die ein\u00adzi\u00adge, die nicht gleich schla\u00adfen geht \u2013 und das, obwohl auch ich hun\u00adde\u00adm\u00fc\u00adde bin. Aber die Vor\u00adstel\u00adlung eines Voll\u00adbads in der gro\u00ad\u00dfen, email\u00adlier\u00adten Wan\u00adne mit den L\u00f6wen\u00adf\u00fc\u00ad\u00dfen reizt mich ein\u00adfach zu sehr, und mor\u00adgen soll es in aller Fr\u00fc\u00adhe wei\u00adter gehen, da wer\u00adde ich kei\u00adne Zeit f\u00fcr ein ent\u00adspann\u00adtes Bad haben.<\/p>\n
\n
\n13. September
\nAm n\u00e4chs\u00adten Mor\u00adgen klopft es schon kurz nach Son\u00adnen\u00adauf\u00adgang an der T\u00fcr \u2013 unser Fah\u00adrer will ver\u00adsu\u00adchen, Paki\u00adstan heu\u00adte zu durch\u00adque\u00adren und am Abend schon in Indi\u00aden zu sein.<\/p>\n
\nWir fah\u00adren den gan\u00adzen Tag, und ich stel\u00adle bald fest, dass ich das Trei\u00adben auf und ent\u00adlang der Stra\u00ad\u00dfe, die Land\u00adschaft und die Geb\u00e4u\u00adde nicht auf\u00adre\u00adgend genug fin\u00adde, um wach zu blei\u00adben. Alles ist sch\u00f6n gr\u00fcn, aber auch v\u00f6l\u00adlig flach. Es gibt kei\u00adne Ber\u00adge mehr, kei\u00adne dra\u00adma\u00adti\u00adschen Schluch\u00adten und schrof\u00adfen Fel\u00adsen, nicht ein\u00admal sanf\u00adte H\u00fcgel.<\/p>\n
\n
<\/a>
\nSo ver\u00adbrin\u00adge ich den Nach\u00admit\u00adtag \u00fcber\u00adwie\u00adgend schla\u00adfend, aber mein Schlaf ist nur leicht und sehr unru\u00adhig. Die dr\u00fc\u00adcken\u00adde Hit\u00adze l\u00e4sst mich immer wie\u00adder schwei\u00df\u00adge\u00adba\u00addet auf\u00adwa\u00adchen und zum Trink\u00adwas\u00adser-Kanis\u00adter klet\u00adtern, um einen Becher des lau\u00adwar\u00admen Nass her\u00adun\u00adter zu st\u00fcrzen.<\/p>\n
\nRolf bringt den Bus zum Ste\u00adhen, was an sich nichts Beson\u00adde\u00adres ist, denn die Ver\u00adkehrs\u00adsi\u00adtua\u00adti\u00adon auf den mit zwei\u2011, drei- und vier\u00adr\u00e4d\u00adri\u00adgen Fahr\u00adzeu\u00adgen aller Art \u00fcber\u00adf\u00fcll\u00adten Stra\u00ad\u00dfen hier\u00adzu\u00adlan\u00adde zwingt ihn regel\u00adm\u00e4\u00ad\u00dfig, zu bremsen.<\/p>\n
\nUnser Fah\u00adrer wei\u00df sofort, was los ist. Was er an der Gren\u00adze zwi\u00adschen Afgha\u00adni\u00adstan und Paki\u00adstan bef\u00fcrch\u00adtet hat\u00adte, ist jetzt hier passiert:<\/p>\n
\nCathe\u00adri\u00adne ver\u00adschwen\u00addet kei\u00adne Ener\u00adgie f\u00fcr einen Wut\u00adaus\u00adbruch, son\u00addern fragt in die Runde:<\/p>\n
\nSp\u00e4\u00adter, wir haben das Essen schon fast fer\u00adtig, kommt Rolf zur\u00fcck und ist immer noch kata\u00adstro\u00adphal schlecht gelaunt. Erst sagt er fast gar nichts, und dann ver\u00adk\u00fcn\u00addet er, dass es ihm nicht gut gehe und dass heu\u00adte Nacht in sei\u00adnem Bus sei\u00adne Ruhe haben m\u00fcs\u00adse \u2013 sprich: wir Pas\u00adsa\u00adgie\u00adre sol\u00adlen drau\u00ad\u00dfen neben dem Bus schlafen.<\/p>\n
\nDie Vor\u00adstel\u00adlung, am Stra\u00ad\u00dfen\u00adrand zu n\u00e4ch\u00adti\u00adgen, fin\u00adde ich zwar auch nicht gera\u00adde beson\u00adders ange\u00adnehm, aber im Moment besch\u00e4f\u00adtigt mich eine ande\u00adre Sor\u00adge viel mehr:<\/p>\n
\nAls wir zur\u00fcck kom\u00admen, hat Rolf f\u00fcr uns eine gro\u00ad\u00dfe Plas\u00adtik\u00adpla\u00adne als Schlaf-Unter\u00adla\u00adge neben dem Bus ausgebreitet.<\/p>\n
\nIch schl\u00fcp\u00adfe in mei\u00adnen Schlaf\u00adsack, und obwohl es uner\u00adtr\u00e4g\u00adlich hei\u00df dar\u00adin ist, wage ich nicht, den Rei\u00df\u00adver\u00adschluss zu \u00f6ff\u00adnen \u2013 zu gro\u00df ist die Angst, irgend\u00adwel\u00adche Krab\u00adbel\u00adtie\u00adre w\u00fcr\u00adden zu mir her\u00adein kriechen.<\/p>\n