define('DISALLOW_FILE_EDIT', true); define('DISALLOW_FILE_MODS', true);{"id":286,"date":"2014-06-07T17:36:11","date_gmt":"2014-06-07T15:36:11","guid":{"rendered":"https:\/\/stefan-soyka.de\/?page_id=286"},"modified":"2014-06-07T18:05:03","modified_gmt":"2014-06-07T16:05:03","slug":"17-kathmandu-ill-soon-be-seeing-you","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/stefan-soyka.de\/?page_id=286","title":{"rendered":"17. Kathmandu \u2013 I\u2019ll soon be seeing you\u2026"},"content":{"rendered":"

Unser Bum\u00admel \u00fcber den Jan\u00adpath Mar\u00adket<\/a> im Zen\u00adtrum Neu Delhis zieht sich in die L\u00e4n\u00adge, denn es gibt an den St\u00e4n\u00adden nicht nur Kunst\u00adhand\u00adwerk, Schmuck und Tex\u00adti\u00adli\u00aden in einer unglaub\u00adli\u00adchen Viel\u00adfalt zu bewun\u00addern, son\u00addern jeder Kauf, selbst der eines bil\u00adli\u00adgen bun\u00adten Glas-Arm\u00adrei\u00adfens<\/a>, ist mit betr\u00e4cht\u00adli\u00adchen Anstren\u00adgun\u00adgen verbunden.
\n<\/span>Denn hier wird weit\u00adaus erbit\u00adter\u00adter gefeilscht als im Gro\u00ad\u00dfen Bazar von Istan\u00adbul oder in den Shops von Herat und Kabul!<\/p>\n

Fragt man nach einem Preis (\u201ekid\u00adnaa pai\u00adsaa?\u201d), dann trifft einen erst ein\u00admal ein pr\u00fc\u00adfen\u00adder Blick des H\u00e4nd\u00adlers. Klei\u00addung, Schmuck und Fri\u00adsur, ver\u00admut\u00adlich auch der Gesund\u00adheits\u00adzu\u00adstand, wer\u00adden in Sekun\u00adden\u00adbruch\u00adtei\u00adlen gescannt, um zu ermit\u00adteln, aus wel\u00adchem Teil der Welt der Inter\u00ades\u00adsent kommt und wie er finan\u00adzi\u00adell aus\u00adge\u00adstat\u00adtet sein mag. Die Ana\u00adly\u00adse die\u00adser Fak\u00adto\u00adren m\u00fcn\u00addet dann offen\u00adbar in einer \u2013 bei Euro\u00adp\u00e4\u00adern zwei\u2011, bei US-Ame\u00adri\u00adka\u00adnern drei\u00adstel\u00adli\u00adgen \u2013 Zahl, mit wel\u00adcher der f\u00fcr Ein\u00adhei\u00admi\u00adsche \u00fcbli\u00adche Preis mul\u00adti\u00adpli\u00adziert wird. Sodann \u00f6ff\u00adnet der Anbie\u00adter den Mund und nennt eine enor\u00adme Fan\u00adta\u00adsie\u00adsum\u00adme \u2013 wobei die weni\u00adger abge\u00adbr\u00fch\u00adten H\u00e4nd\u00adler ange\u00adsichts der H\u00f6he der ver\u00adlang\u00adten Sum\u00adme selbst ein biss\u00adchen erschro\u00adcken wirken\u2026<\/p>\n

Das spie\u00adle\u00adri\u00adsche Ele\u00adment, das f\u00fcr mich in Afgha\u00adni\u00adstan den Reiz des Feil\u00adschens aus\u00admach\u00adte, fehlt hier lei\u00adder v\u00f6l\u00adlig. Daher beant\u00adwor\u00adte ich die Nen\u00adnung von total \u00fcber\u00adzo\u00adge\u00adnen Preis\u00adfor\u00adde\u00adrun\u00adgen ziem\u00adlich schnell nur noch mit einer generv\u00adten Gri\u00admas\u00adse und wen\u00adde mich ab.<\/p>\n

An einem Schmuck\u00adstand zie\u00adhen dann aber doch aus fei\u00adnem Sil\u00adber\u00addraht gefloch\u00adte\u00adne Arm\u00adb\u00e4n\u00adder mei\u00adne Auf\u00admerk\u00adsam\u00adkeit auf sich. Die Span\u00adgen und Ver\u00adschl\u00fcs\u00adse die\u00adser Arm\u00adb\u00e4n\u00adder sind von sehr unter\u00adschied\u00adli\u00adcher Qua\u00adli\u00adt\u00e4t. Bei eini\u00adgen ist kaum zu erken\u00adnen, was sie dar\u00adstel\u00adlen sol\u00adlen, w\u00e4h\u00adrend ande\u00adre vie\u00adle zier\u00adli\u00adchen Details aufweisen.<\/p>\n

Ich rei\u00adche dem alten Mann mit Tur\u00adban, der hin\u00adter dem Laden\u00adtisch steht, zwei m\u00f6g\u00adlichst ver\u00adschie\u00adde\u00adne Arm\u00adb\u00e4n\u00adder hin\u00ad\u00fcber. Wie Cathe\u00adri\u00adne es uns ein\u00adge\u00adsch\u00e4rft hat, tue ich das mit der rech\u00adten Hand, denn die Lin\u00adke wird in Indi\u00aden zum Abwa\u00adschen des Hin\u00adterns nach dem Toi\u00adlet\u00adten\u00adgang benutzt und ist daher \u201eunrein\u201d.<\/p>\n

Bei dem einen Arm\u00adband, das ich her\u00adaus\u00adge\u00adsucht habe, ist der Ver\u00adschluss blo\u00df ein Sil\u00adber\u00adklum\u00adpen, der ent\u00adfernt einem Stern \u00e4hnelt, w\u00e4h\u00adrend das ande\u00adre St\u00fcck von fein\u00adge\u00adar\u00adbei\u00adte\u00adten Blu\u00admen\u00ador\u00adna\u00admen\u00adten geziert wird. Zu mei\u00adner \u00dcber\u00adra\u00adschung wirf der H\u00e4nd\u00adler bei\u00adde Arm\u00adb\u00e4n\u00adder hin\u00adter\u00adein\u00adan\u00adder auf eine Waa\u00adge und zeigt dann die Prei\u00adse auf einer Tabel\u00adle \u2013 sie rich\u00adten sich aus\u00adschlie\u00df\u00adlich nach dem Sil\u00adber\u00adge\u00adwicht, und da das fein gear\u00adbei\u00adte\u00adte Schmuck\u00adst\u00fcck weni\u00adger wiegt, ist es bil\u00adli\u00adger als das h\u00e4ssliche!<\/p>\n

<\/a><\/p>\n

Trotz\u00addem wird mir nach kur\u00adzem Nach\u00adden\u00adken klar, dass hier eben\u00adfalls gefeilscht wer\u00adden kann \u2013 und wohl auch muss, will ich nicht als dum\u00adme Tou\u00adris\u00adtin daste\u00adhen, die mehr Geld als Ver\u00adstand hat. Also fan\u00adge ich an, mit dem Alten \u00fcber den von ihm zugrun\u00adde\u00adge\u00adleg\u00adten Sil\u00adber\u00adpreis zu ver\u00adhan\u00addeln, und nach etwa einer Vier\u00adtel\u00adstun\u00adde wer\u00adden wir uns tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich einig.<\/p>\n

Inge hat unter\u00addes\u00adsen einen geba\u00adtik\u00adten Wand\u00adbe\u00adhang f\u00fcr ihre Eltern und eine bestick\u00adte Blu\u00adse f\u00fcr sich erstan\u00adden, und nun sind wir bei\u00adde ersch\u00f6pft und ver\u00adschwitzt \u2013 reif f\u00fcr den Pool des Hotel Impe\u00adri\u00adal<\/a>!<\/p>\n

Gl\u00fcck\u00adli\u00adcher\u00adwei\u00adse ist es nicht mehr weit bis zu dem un\u00fcber\u00adseh\u00adba\u00adren Pracht\u00adbau<\/a> am Janpath.<\/p>\n

Wir gehen direkt zum Swim\u00adming\u00adpool, der hin\u00adter dem Haupt\u00adge\u00adb\u00e4u\u00adde inmit\u00adten der gepfleg\u00adten Gar\u00adten\u00adan\u00adla\u00adge liegt. An der T\u00fcr eines Pavil\u00adlons erhal\u00adten wir von einem Hotel\u00adan\u00adge\u00adstell\u00adten in wei\u00ad\u00dfer Uni\u00adform gegen Zah\u00adlung von 10 Rupi\u00aden eine Tages-Ein\u00adtritts\u00adkar\u00adte und ein blau-wei\u00df gestreif\u00adtes Badehandtuch.<\/p>\n

<\/a><\/p>\n

Der Pool ist nicht beson\u00adders gro\u00df, aber gl\u00fcck\u00adli\u00adcher\u00adwei\u00adse gibt es nur weni\u00adge Schwim\u00admer au\u00dfer uns. Die meis\u00adten Anwe\u00adsen\u00adden rela\u00adxen auf Lie\u00adge\u00adst\u00fch\u00adlen und T\u00fcchern auf dem Rasen.<\/p>\n

Nach\u00addem wir uns aus\u00adgie\u00adbig erfrischt haben, rei\u00adbe ich mich nach dem Abtrock\u00adnen mit einem lecker duf\u00adten\u00adden Kokos\u00ad\u00f6l ein, das ich in einem Shop am Con\u00adn\u00adaught Cir\u00adcus gekauft habe. Laut Eti\u00adkett han\u00addelt es sich eigent\u00adlich um ein Haar-\u00d6l, aber ich will es als Br\u00e4u\u00adnungs-Beschleu\u00adni\u00adger ver\u00adwen\u00adden, denn mei\u00adne seit Wochen rund um die Uhr z\u00fcch\u00adtig bedeck\u00adten K\u00f6r\u00adper\u00adtei\u00adle (wie Arme, Bei\u00adne, Bauch und R\u00fccken) sind noch deut\u00adlich hel\u00adler als mein Gesicht, die H\u00e4n\u00adde und die F\u00fc\u00dfe. Das soll sich schleu\u00adnigst \u00e4ndern.<\/p>\n

Inge greift lie\u00adber zu deut\u00adscher Son\u00adnen\u00adcreme, aber sie ist ja auch eine blas\u00adse Blon\u00addi\u00adne, deren som\u00admer\u00adspros\u00adsi\u00adge Haut sich r\u00f6tet, statt braun zu werden.<\/p>\n

<\/a><\/p>\n

Drei jun\u00adge M\u00e4n\u00adner mit halb\u00adlan\u00adgen Haa\u00adren kom\u00admen von der Ter\u00adras\u00adse des Hotels zum Pool geschlen\u00addert, mus\u00adtern die Anwe\u00adsen\u00adden und las\u00adsen sich dann links von uns nieder.<\/p>\n

Auf den ers\u00adten Blick wir\u00adken sie wie irgend\u00adwel\u00adche Hip\u00adpies, die man eher im New Delhi Tou\u00adrist Camp ver\u00admu\u00adten w\u00fcr\u00adde als im Hotel Impe\u00adri\u00adal, aber dann sehe ich, dass die Hem\u00adden und Hosen, die sie able\u00adgen, tipp\u00adtopp geb\u00fc\u00adgelt und aus feins\u00adtem Zwirn sind. Auch tra\u00adgen sie unge\u00adw\u00f6hn\u00adlich viel Schmuck, bei\u00adspiels\u00adwei\u00adse hat der eine einen brei\u00adten G\u00fcr\u00adtel aus Sil\u00adber um, der gear\u00adbei\u00adtet ist wie mein neu\u00ades Arm\u00adband \u2013 nur das er bestimmt das Hun\u00addert\u00adfa\u00adche wiegt (und kostet) \u2026<\/p>\n

Inges Blick ist dem mei\u00adnen gefolgt.<\/p>\n

\u201e<\/span>Was auch immer die\u00adse Her\u00adren f\u00fcr Gesch\u00e4f\u00adte machen \u2013 sie lau\u00adfen offen\u00adsicht\u00adlich sehr gut, die\u00adse Gesch\u00e4f\u00adte,\u201d mur\u00admelt sie.<\/p>\n

<\/a><\/p>\n

Ich beob\u00adach\u00adte, wie ein Hotel-Boy ein Tablett mit einen eis\u00adge\u00adk\u00fchl\u00adten Long\u00addrink zu einer \u00e4lte\u00adren Dame im Lie\u00adge\u00adstuhl bringt, und win\u00adke ihn zu uns her\u00adan. Wir bestel\u00adlen Lemon Ice Tea<\/a>, und da mein Magen schon mehr\u00admals ver\u00adnehm\u00adlich geknurrt hat, orde\u00adre ich dazu noch ein Club Sand\u00adwich<\/a> \u2013 auch wenn das hier den Preis eines kom\u00adplet\u00adten Men\u00fcs (in einem \u201enor\u00adma\u00adlen\u201d Restau\u00adrant) kostet.<\/p>\n

Die Her\u00adren mit dem schwe\u00adren Sil\u00adber\u00adschmuck sind anschei\u00adnend zum Br\u00e4u\u00adnen an den Pool gekom\u00admen, denn ins Was\u00adser gehen sie nicht. Nach einer Wei\u00adle beginnt einer von ihnen, einen rie\u00adsi\u00adgen Joint zu dre\u00adhen, und bald weht eine Wol\u00adke har\u00adzi\u00adgen Rauchs her\u00fcber.<\/p>\n

Die \u00e4lte\u00adre Dame zu unse\u00adrer Rech\u00adten, ich hal\u00adte sie f\u00fcr eine Bri\u00adtin, zischelt ihrer Freun\u00addin etwas zu, und ich mei\u00adne, ein \u201edigus\u00adting\u201d herauszuh\u00f6ren.<\/p>\n

Mir tut der Boy leid, der gera\u00adde mit unse\u00adren Eis\u00adtees und dem Sand\u00adwich naht.<\/p>\n

Der gute Mann bef\u00fcrch\u00adtet wahr\u00adschein\u00adlich, dass sich die \u00e4lte\u00adren Hotel\u00adg\u00e4s\u00adte gleich bei ihm beschwe\u00adren wer\u00adden und er gezwun\u00adgen sein wird, die Kif\u00adfer zurecht\u00adzu\u00adwei\u00adsen, die aber offen\u00adbar auch Hotel\u00adg\u00e4s\u00adte sind \u2013 m\u00f6g\u00adli\u00adcher\u00adwei\u00adse sogar wel\u00adche, die beim Trink\u00adgeld weit\u00adaus gro\u00df\u00adz\u00fc\u00adgi\u00adger sind als eng\u00adli\u00adsche Ladies. Er wei\u00df gar nicht, wo er hin\u00adgu\u00adcken soll, und hat es sehr eilig, zu kas\u00adsie\u00adren und zur\u00fcck zum Pavil\u00adlon zu fl\u00fcchten.<\/p>\n

Einer von den rei\u00adchen Jungs hebt den Joint hoch und schwenkt ihn mit fra\u00adgen\u00adder Mie\u00adne in unse\u00adre Rich\u00adtung. Ich win\u00adke kopf\u00adsch\u00fct\u00adtelnd ab, fische mei\u00adnen Nepal-Rei\u00adse\u00adf\u00fch\u00adrer<\/a> aus mei\u00adner Tasche und ver\u00adtie\u00adfe mich in die\u00adse Lekt\u00fcre.<\/p>\n

Was f\u00fcr r\u00fcck\u00adsichts\u00adlo\u00adse Schn\u00f6\u00adsel! Klar, man kann hier in Delhi rela\u00adtiv pro\u00adblem\u00adlos Haschisch kau\u00adfen, aber das \u00e4ndert doch nichts an der Tat\u00adsa\u00adche, dass Han\u00addel und Kon\u00adsum in Indi\u00aden Straf\u00adta\u00adten darstellen.<\/p>\n

Wenn im \u201eTou\u00adrist Camp\u201d am Abend, dis\u00adkret hin\u00adter Bus\u00adsen, Zel\u00adten oder H\u00fct\u00adten, der eine oder ande\u00adre Joint her\u00adum geht, dann hat bestimmt nie\u00admand ein Pro\u00adblem damit. Hier aber, wo \u00fcber\u00adwie\u00adgend kon\u00adser\u00adva\u00adti\u00adve Hotel\u00adg\u00e4s\u00adte am Pool Ent\u00adspan\u00adnung suchen, ist demons\u00adtra\u00adti\u00adves Kif\u00adfen ein\u00adfach nur dumm\u00addreist. Au\u00dfer\u00addem fin\u00adde ich es extrem unfair, Hotel\u00adan\u00adge\u00adstell\u00adte, die ver\u00admut\u00adlich froh \u00fcber einen kri\u00adsen\u00adfes\u00adten Job in einem der renom\u00admier\u00adtes\u00adten gro\u00ad\u00dfen Hotels der Stadt sind, in eine sol\u00adche Zwick\u00adm\u00fch\u00adle zu bringen!<\/p>\n

Als wir am Abend ins \u201eTou\u00adrist Camp\u201d zur\u00fcck kom\u00admen, fin\u00adden wir unse\u00adre Rei\u00adse\u00adgrup\u00adpe beim Bus ver\u00adsam\u00admelt. Die Gesich\u00adter sind trau\u00adrig bis betre\u00adten, und wir erfah\u00adren schnell den Grund daf\u00fcr:<\/p>\n

Anna hat im Haupt\u00adpost\u00adamt einen Brief ihrer Mut\u00adter vor\u00adge\u00adfun\u00adden, in dem die\u00adse sie auf\u00adfor\u00addert, umge\u00adhend nach Ham\u00adburg zur\u00fcck zu keh\u00adren \u2013 andern\u00adfalls, so droht sie, wer\u00adde sie Anna das Sor\u00adge\u00adrecht f\u00fcr die Toch\u00adter ent\u00adzie\u00adhen las\u00adsen. Es stellt sich her\u00adaus, dass Anna, als sie kurz vor unse\u00adrer Abrei\u00adse das Kind zu ihrer Mut\u00adter gebracht hat, die\u00adser wohl nicht die gan\u00adze Wahr\u00adheit \u00fcber das Ziel und die Dau\u00ader ihrer Rei\u00adse gesagt hat\u2026<\/p>\n

\u201e<\/span>Mensch, Frau,\u201d platzt es aus Inge her\u00adaus, \u201eSpon\u00adta\u00adnei\u00adt\u00e4t ist ja gut und sch\u00f6n \u2013 aber so etwas kannst du doch nicht machen!\u201d<\/p>\n

Anna zieht eine Gri\u00admas\u00adse und nickt betr\u00fcbt.<\/p>\n

\u201e<\/span>Das ist mir jetzt auch klar.\u201d<\/p>\n

Die Leu\u00adte aus dem Rei\u00adse\u00adb\u00fc\u00adro, in dem wir erst ges\u00adtern unse\u00adre R\u00fcck\u00adflug-Tickets gekauft haben, waren sehr nett und pro\u00adfes\u00adsio\u00adnell, erz\u00e4hlt Anna. Sie haben es geschafft, sie schon mor\u00adgen in einem Flie\u00adger nach Deutsch\u00adland unterzubringen.<\/p>\n

Wir sit\u00adzen noch lan\u00adge bei\u00adein\u00adan\u00adder. Rolf schmei\u00dft den Kas\u00adset\u00adten\u00adre\u00adcor\u00adder im Bus an und tut sein Bes\u00adtes, um uns auf\u00adzu\u00adhei\u00adtern (\u201eDas ist jetzt Annas vor\u00aderst letz\u00adter Abend in Indi\u00aden, da soll\u00adten wir nicht Tr\u00fcb\u00adsal bla\u00adsen!\u201d), aber die Stim\u00admung ist und bleibt gedr\u00fcckt. Ich glau\u00adbe, jeder von uns wird die warm\u00adher\u00adzi\u00adge Anna ver\u00admis\u00adsen, sogar Agnes, der sie zu Beginn unse\u00adrer Rei\u00adse erkl\u00e4r\u00adter\u00adma\u00ad\u00dfen viel zu \u201eaus\u00adge\u00adflippt\u201d erschien.<\/p>\n

Der wort\u00adkar\u00adge Eigen\u00adbr\u00f6t\u00adler Ulli, mit dem zusam\u00admen Anna von Anfang an viel unter\u00adnom\u00admen hat, hat einen Arm um sie gelegt und redet mit lei\u00adser, lie\u00adbe\u00advol\u00adler Stim\u00adme auf sie ein. Ich habe gar nicht mit\u00adge\u00adkriegt, dass die bei\u00adden was mit\u00adein\u00adan\u00adder hat\u00adten \u2013 aber die Z\u00e4rt\u00adlich\u00adkeit, mit sie sich jetzt k\u00fcs\u00adsen, l\u00e4sst wohl kei\u00adnen ande\u00adren Schluss zu.
\n
\n17. bis 21. September<\/p>\n

Die rest\u00adli\u00adchen Tage unse\u00adres Auf\u00adent\u00adhal\u00adtes in Delhi ver\u00adbrin\u00adgen Inge und ich \u00fcber\u00adwie\u00adgend mit Din\u00adgen, zu denen sich in den hin\u00adter uns lie\u00adgen\u00adden Wochen wenig oder gar kei\u00adne Gele\u00adgen\u00adheit bot. Wir pro\u00adbie\u00adren diver\u00adse \u201eKwality\u201d-Eisbecher durch, schlem\u00admen im gleich\u00adna\u00admi\u00adgen Restau\u00adrant und in einem ande\u00adren mit dem Namen \u201eCel\u00adlar\u201d, unter\u00adneh\u00admen aus\u00adge\u00addehn\u00adte Ein\u00adkaufs- und Besich\u00adti\u00adgungs\u00adtou\u00adren und beglei\u00adten Cathe\u00adri\u00adne zu den Sil\u00adber- und Gold\u00adschmie\u00adden in der Chand\u00adni Chowk<\/a> in Alt-Delhi.<\/p>\n

Den Swim\u00adming\u00adpool des \u201eImpe\u00adri\u00adal\u201d besu\u00adche ich t\u00e4g\u00adlich. Inge kommt nicht jedes Mal mit, aber ich krie\u00adge ein\u00adfach nicht genug von dem Luxus, in das kla\u00adre, sau\u00adbe\u00adre Was\u00adser ein\u00adzu\u00adtau\u00adchen oder mir k\u00fch\u00adle Drinks ser\u00advie\u00adren zu las\u00adsen, w\u00e4h\u00adrend ich im Biki\u00adni fau\u00adlen\u00adze und mei\u00adne Haut nach und nach die Far\u00adbe dunk\u00adlen Honigs annimmt.<\/p>\n

Da die Tickets von acht Uhr mor\u00adgens bis acht Uhr abends g\u00fcl\u00adtig sind, hal\u00adte ich mich oft mehr\u00admals an einem Tag dort auf \u2013 schwim\u00adme mor\u00adgens eine Run\u00adde, gehe dann Bum\u00admeln oder etwas essen und lege mich am Nach\u00admit\u00adtag noch ein\u00admal zum Son\u00adnen\u00adba\u00adden neben den Pool\u2026<\/p>\n

Am 21. Sep\u00adtem\u00adber holen wir in der \u201eRoy\u00adal Nepa\u00adle\u00adse Embas\u00adsy\u201d unser Visum ab.  Es kos\u00adtet f\u00fcnf\u00adund\u00advier\u00adzig Rupi\u00aden (\u201eonly\u201d). Ich betrach\u00adte den gro\u00ad\u00dfen Stem\u00adpel in mei\u00adnem Pass und den\u00adke an Anna, die nun schon wie\u00adder in Ham\u00adburg ist. Was f\u00fcr ein Jam\u00admer, so kurz vor dem ersehn\u00adten Ziel umkeh\u00adren zu m\u00fcssen!<\/p>\n

\u201e<\/span>Mor\u00adgen abend ver\u00adlas\u00adsen wir Delhi.\u201d ver\u00adk\u00fcn\u00addet unser Fah\u00adrer, w\u00e4h\u00adrend er den Bus zur\u00fcck zum Cam\u00adping\u00adplatz steu\u00adert. \u201eIch fah\u00adre zwar nicht so gern nachts, aber ich habe auch kei\u00adne Lust, vor der Gren\u00adze noch mal einen Stopp ein\u00adzu\u00adle\u00adgen. Und wenn ich die Nacht durch fah\u00adre, schaf\u00adfen wir es in jedem Fall \u00fcber\u00admor\u00adgen bis Nepal, auch wenn es zwi\u00adschen Gorakh\u00adpur und der Gren\u00adze wie\u00adder nur im Schritt-Tem\u00adpo vor\u00adan\u00adgeht, so wie im letz\u00adten Jahr.\u201d<\/p>\n

\u201e<\/span>Es wird mor\u00adgen nacht auch nicht all\u00adzu fins\u00adter sein,\u201d erkl\u00e4rt Cathe\u00adri\u00adne, \u201ein ein paar Tagen haben wir Vollmond.\u201d<\/p>\n

\u201e<\/span>Sehr gut.\u201d
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\n22. September<\/p>\n

Am fr\u00fc\u00adhen Abend, nach\u00addem wir unser Gep\u00e4ck wie\u00adder im 608 ver\u00adstaut haben, ver\u00adlas\u00adsen wir das \u201eNew Delhi Tou\u00adrist Camp\u201d. Es geht vor\u00adbei am Roten Fort<\/a> und an ande\u00adren prunk\u00advol\u00adlen Geb\u00e4u\u00adden, durch gesch\u00e4f\u00adti\u00adge Innen\u00adstadt\u00advier\u00adtel und ruhi\u00adge\u00adre Vor\u00ador\u00adte, und schlie\u00df\u00adlich liegt die Metro\u00adpo\u00adle Nord\u00adin\u00addi\u00adens hin\u00adter uns.<\/p>\n

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Mein Herz klopft laut.<\/p>\n

End\u00adlich ist es so weit \u2013 mein Traum wird wahr! Wenn alles gut geht, wer\u00adden wir mor\u00adgen um die\u00adse Zeit die Gren\u00adze nach Nepal \u00fcberqueren.<\/p>\n

Bestimmt wer\u00adde ich heu\u00adte Nacht vor lau\u00adter Auf\u00adre\u00adgung kein Auge zutun. Den\u00adke ich. Und dann \u2013 kurz dar\u00adauf oder doch schon sehr viel sp\u00e4\u00adter? \u2013 wache ich auf, weil ich auf der Sitz\u00adbank zur Sei\u00adte kip\u00adpe, als der Bus \u00fcber ein Schlag\u00adloch rumpelt.<\/p>\n

Es ist eine kla\u00adre Nacht, am Him\u00admel leuch\u00adtet der Mond und Mil\u00adli\u00adar\u00adden von Ster\u00adnen. Ich wer\u00adfe einen Blick in die Run\u00adde. Mei\u00adne Mit\u00adrei\u00adsen\u00adden lie\u00adgen aus\u00adge\u00adstreckt auf der Matrat\u00adze im Heck \u2013 oder so wie ich auf einer Sitz\u00adbank \u2013 und schlum\u00admern, bis auf Cathe\u00adri\u00adne, die sich lei\u00adse mit Rolf unter\u00adh\u00e4lt. Er f\u00e4hrt lang\u00adsam und kon\u00adzen\u00adtriert, mit hell auf\u00adge\u00adblen\u00adde\u00adten Schein\u00adwer\u00adfern, damit ja kein unbe\u00adleuch\u00adte\u00adter Kar\u00adren sei\u00adner Auf\u00admerk\u00adsam\u00adkeit entgeht.<\/p>\n

Ich las\u00adse mich auf die Bank zur\u00fcck sin\u00adken und schlie\u00ad\u00dfe beru\u00adhigt die Augen.<\/p>\n

Alles ist gut. Wir sind unter\u00adwegs nach Nepal.<\/p>\n

Wei\u00adter\u00adle\u00adsen \u00bb 18. Lie\u00adbe auf den ers\u00adten Blick<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"

Unser Bum\u00admel \u00fcber den Jan\u00adpath Mar\u00adket im Zen\u00adtrum Neu Delhis zieht sich in die L\u00e4n\u00adge, denn es gibt an den St\u00e4n\u00adden nicht nur Kunst\u00adhand\u00adwerk, Schmuck und Tex\u00adti\u00adli\u00aden in einer unglaub\u00adli\u00adchen Viel\u00adfalt zu bewun\u00addern, son\u00addern jeder Kauf, selbst der eines bil\u00adli\u00adgen bun\u00adten Glas-Arm\u00ad\u00adrei\u00ad\u00adfens, ist mit betr\u00e4cht\u00adli\u00adchen Anstren\u00adgun\u00adgen ver\u00adbun\u00adden. Denn hier wird weit\u00adaus erbit\u00adter\u00adter gefeilscht als im \u2026 17. Kath\u00adman\u00addu \u2013 I\u2019ll soon be see\u00ading you\u2026<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":183,"menu_order":17,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":{"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"class_list":["post-286","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/286","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=286"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/286\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":306,"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/286\/revisions\/306"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/183"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=286"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}