define('DISALLOW_FILE_EDIT', true); define('DISALLOW_FILE_MODS', true);{"id":324,"date":"2014-06-09T12:37:42","date_gmt":"2014-06-09T10:37:42","guid":{"rendered":"https:\/\/stefan-soyka.de\/?page_id=324"},"modified":"2014-06-30T11:32:09","modified_gmt":"2014-06-30T09:32:09","slug":"7-august-1978","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/stefan-soyka.de\/?page_id=324","title":{"rendered":"7. August 1978"},"content":{"rendered":"

Am n\u00e4chs\u00adten Tag wol\u00adlen wir noch ein\u00admal, dies\u00admal alle zusam\u00admen, nach Istan\u00adbul hin\u00adein\u00adfah\u00adren. Das Auto neh\u00admen wir, nach\u00addem wir ges\u00adtern schon die Ver\u00adkehrs-chao\u00adti\u00adschen Zust\u00e4n\u00adde gese\u00adhen haben, auch dies\u00admal nicht mit. Statt des\u00adsen neh\u00admen wir uns zu f\u00fcnft eine Taxe, mit erst ein\u00admal wie\u00adder der Fahr\u00adpreis aus\u00adge\u00adhan\u00addelt wird. Die Taxen sind alte, rund\u00adli\u00adche ame\u00adri\u00adka\u00adni\u00adsche Wagen, in denen sechs Leu\u00adte gut Platz haben. Dies\u00admal sind die Stra\u00ad\u00dfen in der \u201eCity\u201c wesent\u00adlich belebter.<\/p>\n

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\n\t\t\t\tAuf der Auto\u00adbahn Rich\u00adtung Istanbul <\/figcaption><\/figure>
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\n\t\t\t\tVier\u00adspu\u00adrig, getrenn\u00adte Fahrbahnen <\/figcaption><\/figure>
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\n\t\t\t\t\u2026 aber gele\u00adgent\u00adlich Querverkehr <\/figcaption><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n

Die Blaue Moschee und die Hagia Sophia woll\u00adten wir nat\u00fcr\u00adlich unbe\u00addingt sehen, wie Scha\u00adren von ande\u00adren Tou\u00adris\u00adten auch, was auch sehr loh\u00adnend ist. Die Hagia Sophia ist offi\u00adzi\u00adell ein Muse\u00adum, wird also nicht mehr als Moschee benutzt. Damit fal\u00adlen auch die Tep\u00adpi\u00adche weg, die nor\u00adma\u00adler\u00adwei\u00adse den Boden bede\u00adcken und damit eine rich\u00adti\u00adge gem\u00fct\u00adli\u00adche Atmo\u00adsph\u00e4\u00adre schaf\u00adfen. Die rie\u00adsi\u00adge Kup\u00adpel macht einen k\u00fchl-bedroh\u00adli\u00adchen Ein\u00addruck. Von der Decke h\u00e4n\u00adgen unglaub\u00adlich vie\u00adle L\u00fcs\u00adter, die wie ein Netz \u00fcber den K\u00f6p\u00adfen schwe\u00adben. Man meint, man m\u00fcss\u00adte sie grei\u00adfen k\u00f6n\u00adnen, weil der Abstand zwi\u00adschen Boden und L\u00fcs\u00adtern so klein ist im Ver\u00adgleich zum Abstand der L\u00fcs\u00adter zur Decke.<\/p>\n

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\n\t\t\t\tDie Blaue Moschee <\/figcaption><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n

Das Inne\u00adre der Moschee ist ein wil\u00addes Misch\u00admasch aller Kul\u00adtu\u00adren, die sie in Besitz hat\u00adten. Sie war eine Zeit\u00adlang christ\u00adli\u00adche Kir\u00adche (ist, glau\u00adbe ich, sogar als Kir\u00adche erbaut wor\u00adden), von daher hat sie eine Men\u00adge Bil\u00adder mit christ\u00adli\u00adchen Moti\u00adven, eine Kan\u00adzel und Figu\u00adren. Dazu die L\u00fcs\u00adter, die unge\u00adwohnt unver\u00adziert sind, eigent\u00adlich nur aus Gest\u00e4n\u00adge bestehen. Weit, weit oben in der Kup\u00adpeln, d. h. am Ansatz der Kup\u00adpel, also auf hal\u00adber H\u00f6he des gesam\u00adten Rau\u00admes, h\u00e4n\u00adgen vier majes\u00adt\u00e4\u00adtisch-gro\u00ad\u00dfe, schwar\u00adze, run\u00adde Schil\u00adder mit gol\u00adde\u00adnen ara\u00adbi\u00adschen Schrift\u00adz\u00fc\u00adgen dar\u00adauf, die dem Cha\u00adrak\u00adter der Kir\u00adche sozu\u00adsa\u00adgen auf die F\u00fc\u00dfe tre\u00adten. Ver\u00adschie\u00adde\u00adne Holz\u00adbau\u00adten, z.B. der Platz des K\u00f6nigs (mit Dach), ver\u00adwir\u00adren einen dann vollst\u00e4ndig.<\/p>\n

Die Blaue Moschee, wohl die ein\u00adzi\u00adge Moschee in Betrieb, die auch \u201eUngl\u00e4u\u00adbi\u00adge\u201c betre\u00adten d\u00fcr\u00adfen, wirkt sofort v\u00f6l\u00adlig anders. Die blau\u00aden bis gr\u00fcn\u00adlich-blau\u00aden Mosai\u00adken, die durch unglaub\u00adlich vie\u00adle gro\u00ad\u00dfe und klei\u00adne Fens\u00adter beleuch\u00adtet sind, geben ein k\u00fch\u00adles Licht.<\/p>\n

Wegen der Hit\u00adze drau\u00ad\u00dfen und der<\/p>\n

Gun\u00adne: \u2026 nach K\u00e4se\u00adf\u00fc\u00ad\u00dfen stinkenden \u2026<\/p>\n

Tep\u00adpi\u00adche, die hier den gan\u00adzen Fu\u00df\u00adbo\u00adden bede\u00adcken, ist das sehr ange\u00adnehm. Die klo\u00adbi\u00adgen, auch mit Mosai\u00adken ver\u00adzier\u00adten S\u00e4u\u00adlen geben in die\u00adsem Zusam\u00admen\u00adhang eine Atmo\u00adsph\u00e4\u00adre der Ruhe und Sicherheit.<\/p>\n

Auch Tou\u00adris\u00adten m\u00fcs\u00adsen die Schu\u00adhe aus\u00adzie\u00adhen, d\u00fcr\u00adfen aber nur einen Teil der Moschee betre\u00adten. Das haben wir auch getan und uns dann auf einen Tep\u00adpich gesetzt, weil anschei\u00adnend gera\u00adde so etwas wie Got\u00adtes\u00addienst gehal\u00adten wur\u00adde. Das beka\u00admen wir aber lei\u00adder nicht genau mit, weil wir zu weit weg waren und ein paar ame\u00adri\u00adka\u00adni\u00adsche Tou\u00adris\u00adten einen tosen\u00adden L\u00e4rm veranstalteten.<\/p>\n

Vor der Moschee kamen wir dann mit einem Men\u00adschen ohne Bei\u00adne ins Gespr\u00e4ch, der erz\u00e4hl\u00adte, er w\u00e4re ein\u00admal in Ber\u00adlin gewe\u00adsen. An ihn wur\u00adden eini\u00adge zoll\u00adfreie Ziga\u00adret\u00adten ver\u00adkauft, und dann mach\u00adten wir uns auf die Suche nach dem ber\u00fchm\u00adten Basar. Den fan\u00adden wir auch, aber in was f\u00fcr einem bedau\u00ader\u00adli\u00adchen Zustand!<\/p>\n

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\n\t\t\t\tDer Gro\u00ad\u00dfe Basar (mit Parkplatz) <\/figcaption><\/figure>
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\n\t\t\t\tInnen: Tau\u00adsend\u00adund\u00adei\u00adne Nacht <\/figcaption><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n

Die aben\u00adteu\u00ader\u00adli\u00adche mor\u00adgen\u00adl\u00e4n\u00addi\u00adsche Kul\u00adtur zieht lang\u00adsam aber sicher dort den Schwanz ein und macht der \u201egro\u00ad\u00dfen west\u00adli\u00adchen Kul\u00adtur\u201c Platz. Kitsch aus Plas\u00adtik, imi\u00adtier\u00adte Schwer\u00adter mit Plas\u00adtik-Rubi\u00adnen konn\u00adte man vom Meter kau\u00adfen. Da aber der Basar rie\u00adsig ist, fan\u00adden wir nach eini\u00adgem Suchen auch sehr erfreu\u00adli\u00adche L\u00e4den. Da gab es dann Tep\u00adpi\u00adche, Fel\u00adle, Leder\u00adsa\u00adchen. F\u00fcr uns war zwar vie\u00adles viel zu teu\u00ader, aber es mach\u00adte Spa\u00df, sich mit den Ver\u00adk\u00e4u\u00adfern in unde\u00adfi\u00adnier\u00adba\u00adren Welt\u00adspra\u00adchen zu unter\u00adhal\u00adten. Als wir schlie\u00df\u00adlich genug hat\u00adten, Hun\u00adger hat\u00adten und wie\u00adder an die fri\u00adsche Luft woll\u00adten, wur\u00adden wir von einem sehr freund\u00adli\u00adchen T\u00fcr\u00adken zu einem wirk\u00adlich guten Restau\u00adrant gef\u00fchrt, wof\u00fcr er kei\u00adnen Pfen\u00adnig Geld haben woll\u00adte (!). So etwas pas\u00adsiert sehr selten.<\/p>\n

Nach einem wil\u00adden Han\u00addel mit 5 bis l0 Leu\u00adten um den Preis f\u00fcr die Taxe nach Hau\u00adse, stell\u00adte sich her\u00adaus, dass der Besit\u00adzer des Wagens in irgend\u00adei\u00adner Ecke lag und schlief. Der aus\u00adge\u00adhan\u00addel\u00adte Preis wur\u00adde ihm gesagt, als er geweckt wur\u00adde. Er war ein\u00adver\u00adstan\u00adden und fuhr uns zur\u00fcck zum Campingplatz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"

Am n\u00e4chs\u00adten Tag wol\u00adlen wir noch ein\u00admal, dies\u00admal alle zusam\u00admen, nach Istan\u00adbul hin\u00adein\u00adfah\u00adren. Das Auto neh\u00admen wir, nach\u00addem wir ges\u00adtern schon die Ver\u00ad\u00adkehrs-chao\u00ad\u00adti\u00ad\u00adschen Zust\u00e4n\u00adde gese\u00adhen haben, auch dies\u00admal nicht mit. Statt des\u00adsen neh\u00admen wir uns zu f\u00fcnft eine Taxe, mit erst ein\u00admal wie\u00adder der Fahr\u00adpreis aus\u00adge\u00adhan\u00addelt wird. Die Taxen sind alte, rund\u00adli\u00adche ame\u00adri\u00adka\u00adni\u00adsche Wagen, in \u2026 7. August 1978<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":312,"menu_order":11,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":{"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"class_list":["post-324","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/324","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=324"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/324\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":863,"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/324\/revisions\/863"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/312"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=324"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}