define('DISALLOW_FILE_EDIT', true); define('DISALLOW_FILE_MODS', true);{"id":1957,"date":"2021-06-24T21:29:59","date_gmt":"2021-06-24T19:29:59","guid":{"rendered":"https:\/\/stefan-soyka.de\/?p=1957"},"modified":"2024-04-16T18:06:27","modified_gmt":"2024-04-16T16:06:27","slug":"mit-dem-lastwagen-in-den-irak-kuwait-saudi-arabien-und-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stefan-soyka.de\/?p=1957","title":{"rendered":"Mit dem Lastwagen in den Irak, nach Kuwait, Saudi-Arabien und weiter"},"content":{"rendered":"\n

Ori\u00adent\u00adtrans\u00adport in der 70er und 80er Jahren<\/p>Franz Sta\u00addel\u00admann<\/a>, Autor des Buchs \u201eDie\u00adsel\u00adstra\u00ad\u00dfe<\/a>\u201d <\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n

\"Franz
Franz Sta\u00addel\u00admann 1986 in Ankara<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Eine typi\u00adsche Ori\u00adent\u00adtour sah in den 70er Jah\u00adren so aus: Laden in Grenz\u00adn\u00e4\u00adhe (damals gal\u00adten in der Schweiz noch 28 Ton\u00adnen Gesamt\u00adge\u00adwicht) oder Abho\u00adlen der Ladung im euro\u00adp\u00e4i\u00adschen Raum. Er\u00f6ff\u00adnung der TIR-Doku\u00admen\u00adte beim Schwei\u00adzer Zoll. Dann \u00fcber die Gren\u00adze und los. Ent\u00adwe\u00adder \u00fcber Ita\u00adli\u00aden oder via \u00d6ster\u00adreich nach Zagreb und dann den Auto\u00adput hin\u00adun\u00adter \u00fcber Bel\u00adgrad nach Ni\u0161. Von dort \u00fcber Bul\u00adga\u00adri\u00aden oder Thes\u00adsa\u00adlo\u00adni\u00adki nach Istan\u00adbul. Dort mach\u00adte wohl jeder einen Halt im Lon\u00addra Camp. Das war vor allem ein gro\u00ad\u00dfer Park\u00adplatz mit einem Restau\u00adrant, Telex und Tele\u00adfon. Und wei\u00adter unten befand sich das West\u00adber\u00adlin f\u00fcr die lau\u00aden Abend\u00adstun\u00adden. Sp\u00e4\u00adter dann \u00fcber den Bolu-Pass nach Anka\u00adra. Dort ver\u00adzweig\u00adten sich die Wege. Gera\u00adde\u00adaus nach Tehe\u00adran oder nach S\u00fcden bis Ada\u00adna. Von dort run\u00adter nach Syri\u00aden und durch Jor\u00adda\u00adni\u00aden in den Wes\u00adten Sau\u00addi-Ara\u00adbi\u00adens.
Oder von Ada\u00adna auf einer end\u00adlos lan\u00adgen Schot\u00adter\u00adpis\u00adte durch die S\u00fcd\u00adost\u00adt\u00fcr\u00adkei und hin\u00adein in den Irak. Von Bag\u00addad viel\u00adleicht wei\u00adter nach Bas\u00adra und Kuwait oder sogar noch wei\u00adter bis in den Osten von Sau\u00addi-Ara\u00adbi\u00aden. Nur \u00e4u\u00dferst sel\u00adten gab es Trans\u00adpor\u00adte nach Afgha\u00adni\u00adstan, Paki\u00adstan und in die Emi\u00adra\u00adte.
Eine typi\u00adsche Tour dau\u00ader\u00adte 3 Wochen. Schweiz \u2013 Tehe\u00adran und zur\u00fcck waren 10.000 km und die lan\u00adge Tour nach Sau\u00addi-Ara\u00adbi\u00aden konn\u00adte bis 16.000 km aus\u00adma\u00adchen. Der jugo\u00adsla\u00adwi\u00adsche Auto\u00adput bestand aus Beton\u00adele\u00admen\u00adten, sodass der Last\u00adwa\u00adgen alle 50 Meter wie bei der Eisen\u00adbahn nick\u00adte. Die\u00adses ein\u00adt\u00f6\u00adni\u00adge und ein\u00adschl\u00e4\u00adfern\u00adde Ger\u00e4usch mag einer der Gr\u00fcn\u00adde f\u00fcr die vie\u00adlen Unf\u00e4l\u00adle ent\u00adlang des Auto\u00adputs gewe\u00adsen sein. Die Stra\u00ad\u00dfe bis Anka\u00adra war von fu\u00df\u00adtie\u00adfen Schlag\u00adl\u00f6\u00adchern abge\u00adse\u00adhen tole\u00adra\u00adbel. Doch dahin\u00adter war nur noch eine end\u00adlo\u00adse Well\u00adblech\u00adpis\u00adte bis zur Gren\u00adze zum Iran. Zwi\u00adschen Anka\u00adra und Ada\u00adna f\u00fchr\u00adte eine mick\u00adri\u00adge Stra\u00ad\u00dfe \u00fcber den Tau\u00adrus-Pass, in des\u00adsen tie\u00adfen Schluch\u00adten und engen Kur\u00adven vie\u00adle Unf\u00e4l\u00adle gescha\u00adhen. Im Iran, Syri\u00aden, Jor\u00adda\u00adni\u00aden und Sau\u00addi-Ara\u00adbi\u00aden waren die Stra\u00ad\u00dfen tadel\u00adlos. Dies ver\u00adlock\u00adte zu hohen Geschwin\u00addig\u00adkei\u00adten, die oft in Kon\u00adflikt mit que\u00adren\u00adden Kame\u00adlen und Eseln kamen. Doch noch bis in die 80er Jah\u00adre war die direk\u00adte Rou\u00adte von Jor\u00adda\u00adni\u00aden nach Riad eine ein\u00adfa\u00adche Sand\u00adpis\u00adte durch die W\u00fcs\u00adte ent\u00adlang einer Pipe\u00adline. Von die\u00adsem Stre\u00adcken\u00adab\u00adschnitt stammt wohl auch der damals h\u00e4u\u00adfig gebrauch\u00adte Begriff: \u201ain den Sand hin\u00adun\u00adter fah\u00adren\u2019, was bedeu\u00adte\u00adte, eine Ori\u00adent\u00adtour machen.
Pro\u00adble\u00adme gab\u2019s nat\u00fcr\u00adlich an den Zoll\u00ad\u00fcber\u00adg\u00e4n\u00adgen, die oft so ver\u00adstopft waren, dass der Grenz\u00ad\u00fcber\u00adtritt einen bis meh\u00adre\u00adre Tage dau\u00adern konn\u00adte. Beson\u00adders die Gren\u00adze zwi\u00adschen Bul\u00adga\u00adri\u00aden und der T\u00fcr\u00adkei und jene zwi\u00adschen der T\u00fcr\u00adkei und dem Iran waren sehr oft \u00fcble Nadel\u00ad\u00f6h\u00adre. W\u00e4h\u00adrend des Schah-Stur\u00adzes und der Macht\u00ad\u00fcber\u00adnah\u00adme durch Kho\u00admei\u00adni (Ende 1978 und Beginn 1979) blie\u00adben rund 1000 Last\u00adwa\u00adgen zwi\u00adschen der T\u00fcr\u00adkei und dem Zoll\u00adamt Baz\u00adar\u00adgan (Iran) h\u00e4n\u00adgen, weil die Revol\u00adte gegen den Schah zu Streik und Auf\u00adruhr f\u00fchr\u00adte. Ein\u00adzel\u00adne Fern\u00adfah\u00adrer harr\u00adten von Novem\u00adber 78 bis Febru\u00adar 79 in die\u00adsem unwirt\u00adli\u00adchen und bit\u00adter\u00adkal\u00adten Nie\u00admands\u00adland aus.
Am Bestim\u00admungs\u00adort muss\u00adte die Fracht ver\u00adzollt wer\u00adden, was zeit\u00adauf\u00adrei\u00adbend war und oft nicht ohne selbst\u00ader\u00adnann\u00adte Deklar\u00adeu\u00adre von\u00adstat\u00adten ging. Beson\u00adders in Tehe\u00adran war es \u00fcblich, bis zu einer Woche auf die Ver\u00adzol\u00adlung zu war\u00adten. In Bag\u00addad muss\u00adten die Last\u00adwa\u00adgen rund 40 Kilo\u00adme\u00adter west\u00adlich der Stadt qua\u00adsi in der W\u00fcs\u00adte auf Ver\u00adzol\u00adlung und Ent\u00adla\u00adden war\u00adten. Ein\u00adzi\u00adge Abwechs\u00adlung war ein seich\u00adter Stau\u00adsee 20 km west\u00adlich die\u00adser Tru\u00adcker\u00adstadt.
Zur\u00fcck fuh\u00adren die Last\u00adwa\u00adgen so gut wie immer in Leer\u00adfahrt. Die Tanks wur\u00adden beson\u00adders in Sau\u00addi-Ara\u00adbi\u00aden nat\u00fcr\u00adlich voll\u00adge\u00adtankt, vie\u00adle Fahr\u00adzeu\u00adge hat\u00adten Die\u00adsel\u00adtanks von 1500 Litern unter dem Anh\u00e4n\u00adger oder Auf\u00adlie\u00adger. Das gab beim Ein\u00adtritt in die T\u00fcr\u00adkei oft erheb\u00adli\u00adche Pro\u00adble\u00adme, die durch Dis\u00adkus\u00adsi\u00adon und Geld gere\u00adgelt wur\u00adden. Die R\u00fcck\u00adfahrt lie\u00df sich meis\u00adtens in einer knap\u00adpen Woche machen. Vie\u00adle Fah\u00adrer luden den Anh\u00e4n\u00adger auf den Zug\u00adwa\u00adgen, ande\u00adre plan\u00adten ihr Fahr\u00adzeug ab, um weni\u00adger Luft\u00adwi\u00adder\u00adstand zu haben, etli\u00adche wie\u00adder\u00adum fuh\u00adren nach dem Ent\u00adla\u00adden sogleich los. Nach einer Ori\u00adent\u00adtour waren die Repa\u00adra\u00adtu\u00adren an den Fahr\u00adzeu\u00adgen oft erheb\u00adlich. Auch bei vor\u00adsich\u00adti\u00adger und defen\u00adsi\u00adver Fahrt gin\u00adgen immer mal wie\u00adder Tei\u00adle kaputt. Die Repa\u00adra\u00adtur vor Ort war oft nicht m\u00f6g\u00adlich. Es gab defek\u00adte Last\u00adwa\u00adgen, die von Kol\u00adle\u00adgen von Tehe\u00adran bis zur\u00fcck in die Schweiz geschleppt wur\u00adden.
Gef\u00e4hr\u00adlich waren die Ori\u00adent\u00adtrans\u00adpor\u00adte eigent\u00adlich nicht. Trotz\u00addem ver\u00adlo\u00adren sehr vie\u00adle Kol\u00adle\u00adgen ihr Leben durch Unf\u00e4l\u00adle, ein paar wur\u00adden auch aus\u00adge\u00adraubt und get\u00f6\u00adtet. Das gr\u00f6\u00df\u00adte Ver\u00adkehrs\u00adhin\u00adder\u00adnis waren die abends unbe\u00adleuch\u00adte\u00adten Trak\u00adto\u00adren in der T\u00fcr\u00adkei, dann auch die \u00dcber\u00adhol\u00adma\u00adn\u00f6\u00adver der t\u00fcr\u00adki\u00adschen Bus\u00adfah\u00adrer und ihre urpl\u00f6tz\u00adli\u00adchen Stopps. Der Urlaubs\u00adver\u00adkehr auf dem Auto\u00adput f\u00fchr\u00adte auf jeder Tour zu dra\u00adma\u00adti\u00adschen Situa\u00adtio\u00adnen: typisch war der T\u00fcr\u00adke im Gebraucht\u00adwa\u00adgen-Ford, innen voll\u00adge\u00adstopft mit Men\u00adschen und Mate\u00adri\u00adal und auf dem Gep\u00e4ck\u00adtr\u00e4\u00adger noch\u00admals einen hal\u00adben Haus\u00adhalt. Eben\u00adso waren gewiss auch \u00dcber\u00adm\u00fc\u00addung und Stress der Fern\u00adfah\u00adrer Gr\u00fcn\u00adde f\u00fcr Unf\u00e4l\u00adle. West\u00adeu\u00adro\u00adp\u00e4i\u00adsche Last\u00adwa\u00adgen hat\u00adten nur einen Fah\u00adrer, w\u00e4h\u00adrend die bul\u00adga\u00adri\u00adschen Last\u00adwa\u00adgen oft mit zwei Fah\u00adrern unter\u00adwegs waren. Sie fuh\u00adren stets ihre strik\u00adten 70 km\/h, w\u00e4h\u00adrend die West\u00adeu\u00adro\u00adp\u00e4\u00ader ihren Pfer\u00adden auf guten Stra\u00ad\u00dfen frei\u00aden Lauf lie\u00ad\u00dfen. Daher wur\u00adden die West\u00adeu\u00adro\u00adp\u00e4\u00ader von der t\u00fcr\u00adki\u00adschen Poli\u00adzei weit mehr kon\u00adtrol\u00adliert als die Kol\u00adle\u00adgen aus dem Osten, zudem wuss\u00adten die Poli\u00adzis\u00adten nat\u00fcr\u00adlich, dass der west\u00adeu\u00adro\u00adp\u00e4i\u00adsche Fah\u00adrer mehr Geld und weni\u00adger Zeit hat\u00adte als der bul\u00adga\u00adri\u00adsche.
Nor\u00adma\u00adler\u00adwei\u00adse fuhr man die Tour bis Istan\u00adbul allein, traf dort Kol\u00adle\u00adgen und schloss sich zu locke\u00adren Kon\u00advois zusam\u00admen. Dies auch f\u00fcr die R\u00fcck\u00adfahrt. In der Ost\u00adt\u00fcr\u00adkei muss\u00adte zeit\u00adwei\u00adse \u2013 auf\u00adgrund der Kur\u00adden\u00adauf\u00adst\u00e4n\u00adde \u2013 im Kon\u00advoi gefah\u00adren wer\u00adden. Damas\u00adkus durf\u00adte nur nachts und im Kon\u00advoi durch\u00adquert wer\u00adden. Beson\u00adders in der Ost\u00adt\u00fcr\u00adkei brach\u00adte das \u00dcber\u00adnach\u00adten auf Park\u00adpl\u00e4t\u00adzen die Gefahr m\u00f6g\u00adli\u00adcher Dieb\u00adst\u00e4h\u00adle. Daher errich\u00adte\u00adte die bul\u00adga\u00adri\u00adsche Staats\u00adtrans\u00adport\u00adfir\u00adma ein paar umz\u00e4un\u00adte Camps namens Bal\u00adkan\u00adtrans\u00adport, in denen der Last\u00adwa\u00adgen nachts etwas siche\u00adrer par\u00adkiert wer\u00adden konn\u00adten. Die Restau\u00adrants der Bul\u00adga\u00adren\u00adcamps jedoch waren d\u00fcrf\u00adtig und unge\u00adheizt. Opfer der Nah\u00adost\u00adfahr\u00adten waren auch ganz ande\u00adre: n\u00e4m\u00adlich die Ehe\u00adfrau\u00aden und Freun\u00addin\u00adnen. Sehr, sehr vie\u00adle Bezie\u00adhun\u00adgen gin\u00adgen durch die lan\u00adgen Abwe\u00adsen\u00adhei\u00adten der Chauf\u00adfeu\u00adre zu Br\u00fc\u00adche. Opfer der Last\u00adwa\u00adgen waren auch die ana\u00adto\u00adli\u00adschen D\u00f6r\u00adfer, die fast ganz\u00adt\u00e4\u00adgig von Staub\u00adwol\u00adken umh\u00fcllt waren.
Nat\u00fcr\u00adlich hat eine gro\u00ad\u00dfe Anzahl Leu\u00adte von die\u00adsem Boom pro\u00adfi\u00adtiert. Da waren die Z\u00f6ll\u00adner und die Deklar\u00adeu\u00adre, die sich gern bezah\u00adlen lie\u00ad\u00dfen \u2013 ob zu Recht oder als Erpres\u00adsung. Auch die Poli\u00adzis\u00adten ent\u00adlang der Rou\u00adte ent\u00addeck\u00adten bald eine gute Ein\u00adnah\u00adme\u00adquel\u00adle, eben\u00adso wie die M\u00e4d\u00adchen auf der leich\u00adte\u00adren Sei\u00adte des Lebens. Unklar ist, was die Staa\u00adten mit den zum Teil hor\u00adren\u00adden Tran\u00adsit\u00adge\u00adb\u00fch\u00adren mach\u00adten. Hat die T\u00fcr\u00adkei damit ihr Stra\u00ad\u00dfen\u00adnetz ver\u00adbes\u00adsert?
Last\u00adwa\u00adgen aus fast ganz Euro\u00adpa fuh\u00adren damals (70er und 80er Jah\u00adre) zu den Desti\u00adna\u00adtio\u00adnen im Nahen Osten, die meis\u00adten stamm\u00adten wohl aus Deutsch\u00adland, \u00d6ster\u00adreich, Schweiz und Frank\u00adreich. Aber auch Ita\u00adli\u00aden und die Nie\u00adder\u00adlan\u00adde schick\u00adten gro\u00ad\u00dfe Last\u00adwa\u00adgen\u00adflot\u00adten. Die Kon\u00adkur\u00adrenz stamm\u00adte aus dem dama\u00adli\u00adgen Ost\u00adblock: Bul\u00adga\u00adri\u00aden, Jugo\u00adsla\u00adwi\u00aden und Polen hat\u00adten rie\u00adsi\u00adge Staats\u00adtrans\u00adport\u00adfir\u00admen, die oft\u00admals zu Dum\u00adping\u00adprei\u00adsen fuh\u00adren. Erst z\u00f6ger\u00adlich kamen auch t\u00fcr\u00adki\u00adsche und ira\u00adni\u00adsche Spe\u00addi\u00adteu\u00adre bis ins Zen\u00adtrum Euro\u00adpas, um Fracht zu holen. Ende der 70er Jah\u00adre gab es sogar ein afgha\u00adni\u00adsches Trans\u00adport\u00adun\u00adter\u00adneh\u00admen namens Afghan, das mit sei\u00adnen rot\u00adblau\u00aden Last\u00adwa\u00adgen bis in die Schweiz fuhr. Mit dem Ein\u00admarsch der Rus\u00adsen in Afgha\u00adni\u00adstan (1978) war die\u00adse Rou\u00adte dann blo\u00adckiert.
Hygie\u00adne war damals kein gro\u00ad\u00dfes The\u00adma. Duschen gab es nur an weni\u00adgen Orten und so hat\u00adten vie\u00adle Tru\u00adcker eige\u00adne Vor\u00adrich\u00adtun\u00adgen gebas\u00adtelt, um unter frei\u00adem Him\u00admel ab und zu mal eine Dusche zu neh\u00admen. Jeder hat\u00adte immer einen reich\u00adli\u00adchen Vor\u00adrat an Was\u00adser mit dabei \u2013 f\u00fcr sich und f\u00fcr den K\u00fch\u00adler. Ein wirk\u00adlich brauch\u00adba\u00adres \u201aOri\u00adent-Fah\u00adrer\u00adhaus\u2019 kam nie auf den Markt. Daher rich\u00adte\u00adte jeder sei\u00adne Fah\u00adrer\u00adka\u00adbi\u00adne nach eige\u00adnem Geschmack ein. Die meis\u00adten Ori\u00adent\u00adlast\u00adwa\u00adgen hat\u00adten eine Schlaf\u00adko\u00adje, oft auch einen K\u00fchl\u00adschrank, aber kaum je eine Kli\u00adma\u00adan\u00adla\u00adge. In den gro\u00ad\u00dfen \u00d6lkri\u00adsen\u00adjah\u00adren Mit\u00adte der 70er Jah\u00adre fuh\u00adren sogar umge\u00adbau\u00adte Kip\u00adper mit kur\u00adzer Kabi\u00adne in den Ori\u00adent: Der Fah\u00adrer schlief irgend\u00adwie auf den bei\u00adden Sit\u00adzen. So ziem\u00adlich alle Fahr\u00adzeu\u00adge hat\u00adten eine Koch\u00adkis\u00adte unter dem Auf\u00adlie\u00adger mon\u00adtiert: auf\u00adklap\u00adpen und mit Cam\u00adping\u00adgas eine Mahl\u00adzeit kochen. Sie bestand im Wesent\u00adli\u00adchen aus Kon\u00adser\u00adven und Teig\u00adwa\u00adren. Unter\u00adwegs konn\u00adte man zwar Melo\u00adnen und Fr\u00fcch\u00adte kau\u00adfen, auch Brot und Eier. Kaum jemand aber ver\u00adk\u00f6s\u00adtig\u00adte sich unter\u00adwegs aus\u00adschlie\u00df\u00adlich in den Restau\u00adrants. Trotz\u00addem wur\u00adden ein paar Rast\u00adpl\u00e4t\u00adze sehr bekannt. So gab es die \u201aabge\u00ads\u00e4g\u00adten B\u00e4u\u00adme\u2019 und die \u201aver\u00adsenk\u00adten Tische\u2019 in Bul\u00adga\u00adri\u00aden, es gab den Leh\u00adrer in der Ost\u00adt\u00fcr\u00adkei, der in sei\u00adnem \u201aRestau\u00adrant\u2019 nur Spie\u00adgel\u00adeier ser\u00advier\u00adte. Alle alten Ori\u00adent\u00adfah\u00adrer ken\u00adnen das Lon\u00addra Camp, den wohl wich\u00adtigs\u00adten Etap\u00adpen\u00adort auf der Ori\u00adent\u00adrou\u00adte vor und nach der Er\u00f6ff\u00adnung der Bos\u00adpo\u00adrus\u00adbr\u00fc\u00adcke in Istan\u00adbul (1975).
Gegen Ende der 80er Jah\u00adre war die\u00adser Trans\u00adport\u00adboom dann vor\u00adbei. Denn Schif\u00adfe brach\u00adten die Fracht erneut in den Nahen Osten, der Kauf\u00adrausch der Ori\u00aden\u00adta\u00adlen war abge\u00adflacht und die west\u00adeu\u00adro\u00adp\u00e4i\u00adschen Trans\u00adpor\u00adteu\u00adre waren schlicht zu teu\u00ader gegen\u00ad\u00fcber der Kon\u00adkur\u00adrenz aus der T\u00fcr\u00adkei. Es mag ab 2000 noch ab und zu einen Trans\u00adport in den Nahen Osten gege\u00adben haben, aus\u00adge\u00adf\u00fchrt von einem west\u00adeu\u00adro\u00adp\u00e4i\u00adschen Trans\u00adpor\u00adteur, aber den eins\u00adti\u00adgen Ori\u00adent\u00adver\u00adkehr gibt es nicht mehr.


Franz Sta\u00addel\u00admann, Basel \/ Schweiz

Tele\u00adfon: 061 332 19 27 (0041 61 332 19 27 von au\u00dfer\u00adhalb der Schweiz)
Mobil: 076 409 91 98 (0041 76 409 91 98 von au\u00dfer\u00adhalb der Schweiz)
eMail:
franz.stadelmann@gmx.net<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"

Ori\u00adent\u00adtrans\u00adport in der 70er und 80er Jah\u00adren Franz Sta\u00addel\u00admann, Autor des Buchs \u201eDie\u00adsel\u00adstra\u00ad\u00dfe\u201d Eine typi\u00adsche Ori\u00adent\u00adtour sah in den 70er Jah\u00adren so aus: Laden in Grenz\u00adn\u00e4\u00adhe (damals gal\u00adten in der Schweiz noch 28 Ton\u00adnen Gesamt\u00adge\u00adwicht) oder Abho\u00adlen der Ladung im euro\u00adp\u00e4i\u00adschen Raum. Er\u00f6ff\u00adnung der TIR-Doku\u00ad\u00admen\u00ad\u00adte beim Schwei\u00adzer Zoll. Dann \u00fcber die Gren\u00adze und los. Ent\u00adwe\u00adder \u2026 Mit dem Last\u00adwa\u00adgen in den Irak, nach Kuwait, Sau\u00addi-Ara\u00adbi\u00aden und wei\u00adter<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-1957","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-reisen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1957","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1957"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1957\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1964,"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1957\/revisions\/1964"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1957"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1957"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/stefan-soyka.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1957"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}